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Von der Seele Amerikas

Seit einigen Tagen ist die deutsche Fassung der vierten Staffel der Erfolgsserie „Fargo“ zu sehen

"Fargo", Staffel 4, Plakatmotiv

Nimmt eindeutig Bezug auf die „Black Lives Matter“-Bewegung: „Fargo“, Season Four

„Fargo“, das war zunächst einmal ein so skurriler wie erfolgreicher Film der Brüder Joel und Ethan Coen, der 1996 erschien und sogar zwei Oscars gewann – einen für die beste Hauptdarstellerin Frances McDormand und einen für das beste Drehbuch der Coen-Brüder. Die Handlung bestand darin, dass der Autoverkäufer Jerry Lundegaard in großen finanziellen Schwierigkeiten steckt und deshalb zwei Kriminelle anstiftet, seine Ehefrau Jean „ohne Brutalität“ zu entführen, um von Jerrys reichem Schwiegervater ein Lösegeld zu erpressen. Danach geht so ziemlich alles schief, was schiefgehen kann, und alsbald nimmt die hochschwangere Polizeichefin Marge Gunderson die Ermittlungen auf. Der Rest ist Filmgeschichte.

2014 geschah dann etwas durchaus Überraschendes: Der US-Kabelsender FX startete mit „Fargo“ eine gleichnamige Fernsehserie, welche die Filmvorlage zwar adaptierte und bisweilen sogar auf gelungene Weise persiflierte, aber gleichzeitig völlig neue Charaktere erfand und in ihrer Absurdität und Lakonie den Originalfilm fast noch übertraf. Martin Freeman, Allison Tolman, Billy Bob Thornton und Colin Hanks übernahmen die Hauptrollen der ersten Staffel, die insgesamt für 18 Emmys nominiert wurde. Joel Und Ethan Coen fungierten als Executive Producer. Schnell entstanden zwei weitere Staffeln, welche die Besonderheit hatten, die Story nicht etwa fortzuerzählen, sondern in ganz eigenen Universen zu spielen. So versetzte Staffel 2 die Handlung ins Jahr 1979 und Staffel 3 nahm ihren Anfang gar in Ostberlin. Und dennoch gab es ein paar lose Fäden, die aus Fargo 1-3 ein Gesamtkunstwerk werden ließen.

Umso sehnsüchtiger warteten die Serienfans auf die neuangekündigte vierte Staffel, die in den USA Ende September erschien und die nun seit letzter Woche endlich auch auf Deutsch zu sehen ist – auf dem Bezahlsender JoynPlus. Die Handlung spielt dieses Mal in Kansas City Ende der 1940er-Jahre. Die Stadt wird von der italienischen Gangsterbande um den Paten Josto Fadda (Jason Schwartzman) beherrscht, doch deren Platz wird nun von einer afroamerikanischen Gang um den Chef Loy Cannon (Chris Rock) herausgefordert. Und so handelt „Fargo“ diesmal nicht nur wie üblich von der sinnlosen Gewalt im Herzen der USA, sondern auch vom tiefsitzenden Rassismus – mit klaren Sympathien für die People Of Color. Doch „Fargo“ wäre nicht „Fargo“, wenn es nicht auch wieder einigermaßen irre zugehen würde: Denn da ist ja zum Beispiel auch noch die psychopathische Krankenschwester Oraetta Mayflower, die iher Patienten mit Gift ins Jenseits befördert und deren Nachname natürlich eine Anspielung ist: auf das Schiff, das einst weiße Siedler nach Nordamerika brachte…

Mittwoch, 16. Dezember 2020:
„Fargo“, Staffel 4, abzurufen in der deutschen Version auf dem Bezahlsender JoynPlus

(Foto: Plakatmotiv)

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