Cosma Jo Gagelmann
19. Januar 2021

Jeder spricht seine eigene Sprache

Das Literaturhaus Hannover streamt heute die Lesung von Autor Clemens J. Setz, der in seinem Buch „Die Bienen und das Unsichtbare“ dem Erfindungsdrang der Sprachen nachgeht

Clemens J. Setz

Bringt uns anderen Sprachen näher: Clemens J. Setz

Seit Anbeginn der Menschheit gibt es Sprachen. Wir kommunizieren weltweit mit ihnen. Sie sind der Schlüssel für die Globalisierung und ein besseres Verständnis aller Menschen untereinander. Manche Sprachen gibt es schon seit vielen Jahrhunderten, doch auch heute werden noch neue Sprachen kreiert, beispielsweise für Serien, die dann besonders Fans gerne lernen wollen. Und es kann es nie ganz falsch sein, eine Sprache zu lernen, da sie viele Türen der Kommunikation öffnet.

Clemens J. Setz erforscht die alten und neuen Sprachen in seinem Werk „Die Bienen und das Unsichtbare“. Er befasst sich darin mit der historischen Person Charles Bliss, der eine Symbolsprache erfunden hat, die besonders Kindern mit Behinderungen das Leben erleichtert. Die „Blisssymbolics“ hilft ihnen, erstmalig zu kommunizieren. Hier ist die Sprache der Schlüssel zu mehr Lebensqualität. Doch dies ist nicht die einzige Geschichte in Setz‘ neuem Buch. Der Autor hat beispielsweise die Sprache „Volapük“ erlernt und sich mit der einzigen Muttersprachlerin getroffen. Aufgrund dieser Anregung hat Setz dann selber eine eigene Sprache erfunden.

Erfundene Sprachen wie „Klingonisch“, die man vor allem aus „Star Trek“ kennt, oder auch „High Valyrian“, die Sprache, die nur für die weltweit erfolgreiche Serie „Game of Thrones“ geschaffen wurde, haben sich zumindest in ihrer Existenz schon lange in unseren Alltag integriert. Die Plansprache „Esperanto“ war ein riesiger Erfolg, bis ihre Sprecher*innen von den Diktatoren Stalin und Hitler verfolgt wurden. Festzuhalten ist: Sprachen sind fest in unser aller Geschichte verankert.

Clemens Setz studierte Mathematik und Germanistik und arbeitet als Übersetzer sowie freier Schriftsteller. Sein Roman „Frequenzen“ wurde 2009 für den deutschen Buchpreis nominiert, 2011 bekam er den Preis der Leipziger Buchmesse, 2015 erhielt er den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis für seinen Roman „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“ und im Jahr 2016 wurde „Frequenzen“ als Theaterstück aufgeführt. In seinem neuen Buch bringt er nun die Kombination aus existenziellen Krisen und der Erfindung von Sprachen so gut zusammen, dass man merkt, dass er durch seine vielen Recherchen selber ein Sprach-Künstler geworden ist. Heute Abend wird er über seine Erfahrungen und das daraus entstandene Buch im Live-Stream sprechen. Moderiert wird der Abend von Jan Ehlert, der zunächst Kirchenmusik, dann Film-und Fernsehwissenschaft studierte. Als ausgebildeter Fernseh-, Hörfunk-, und Online-Journalist arbeitete Ehlert inzwischen als freier Literatur-Redakteur, unter anderem bei NDR Kultur.

Dienstag, 19. Januar 2021:
Clemens J. Setz: „Die Bienen und das Unsichtbare“, Lesung, Live-Stream auf der Website des Literaturhaus Hannover, Beginn: 19.30 Uhr, Eintritt frei

(Foto: Pressefoto/Literaturhaus Hannover/Max Zerrahn/Suhrkamp Verlag)

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Kategorien: Literatur, Tagestipps

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