Susanne Viktoria Haupt
6. Januar 2021

Botanische Weltreise in Bildern

Manchmal muss man um die ganze Welt, um zu merken, dass es zu Hause genauso schön sein kann: Der Berggarten Hannover zeigt derzeit die Ausstellung „Die besten Gartenfotos der Welt“

Das Schöne kann manchmal so nahe liegen: die Herrenhäuser Gärten als Teil der Ausstellung „Die besten Gartenfotos der Welt“

Es gibt mehrere Möglichkeiten, um sich auch während einer Pandemie und einem „Lockdown“ samt Reisebeschränkungen wegzuträumen. Lesen ist für mich natürlich immer die erste Wahl, aber manchmal möchte das Auge einfach weiter sehen. Weiter, als nur bis zum Seitenrand. Am vergangenen Sonntag habe ich mich daher früh morgens auf den Weg gemacht. Es regnete bereits leicht und auch die kommenden Stunden sollte es feucht und fröhlich weiter gießen. Es war also weder die Sonne, noch eine Regenpause in Sicht. Auch der eigentlich von meiner App angekündigten Schnee blieb gänzlich aus. Aber irgendwie war genau das das richtige Wetter. Mein Weg führte mich am ersten Sonntag des Jahres zu meinem seit Jahren kultivierten Happy Place, dem Berggarten Hannover. Dort warteten nicht nur warme Gewächshäuser auf mich, die mir subtropisches Klima und Flora vorgaukelten, sondern auch die derzeit laufende Ausstellung „Die besten Gartenfotos der Welt“.

Bereits seit November hängen die preisgekrönten Werke im Großformat im Subtropenhof des Berggartens. Und anders als im Frühjahr sind die Gärten während dieses Lockdowns nicht betroffen. Mag höchstwahrscheinlich auch daran liegen, da sich bei diesem Wetter und dieser Jahreszeit tendenziell deutlich weniger Menschen in die Gärten verirren, als zum blumigen Frühling. Die Foto-Ausstellung schickt uns erneut einmal um die ganze Welt. Zum Beispiel nach Seattle, wo wir ein gelungenes Beispiel für eine grüne Stadtbepflanzung betrachten können. Oder aber in die romantischen Gärten Englands, die seit Jahrhunderten für hohe Gartenkunst stehen. Ja, auch in dieser Periode überzeugt „Die besten Gartenfotos der Welt“, auch wenn man nach einigen Minuten intensiver Betrachtung vor Sehnsucht nach Live-Erlebnissen der botanischen Wunderwerke fast zergeht.

Ein paar ganz besondere Schätze sind allerdings die Fotografien, die in den Herrenhäuser Gärten selbst entstanden sind. Zwischen England, Amerika, Spanien und anderen fernen Sehnsuchtszielen, überrascht auf einmal der Blick auf etwas Vertrautes, das dennoch im Kleid der großformatigen Fotografie so anders erscheint. Ja, so schön kann Hannover sein und so prachtvoll und verträumt sind seine Gärten. Verstecken müssen sich diese im internationalen Vergleich keinesfalls. Und so gehe ich anschließend mit einem ganz neuen und frischen Blick durch die Gärten. Trotz grauer Wolkendecke, gefrorener Finger und Eisregen von schräg links oben. Es ist eben alles eine Frage des Blickwinkels.

Mittwoch, 6. Januar 2021:
„Die besten Gartenfotos der Welt“, Ausstellung, Berggarten Hannover, Herrenhäuser Str. 4, 30419 Hannover, geöffnet von 9 bis 16.30 Uhr, Eintritt: 3,50, ermäßigt: 1,50 Euro, Kinder unter 12 Jahren haben freien Eintritt

  • Die Ausstellung „Die besten Gartenfotos der Welt“ ist noch bis zum 30. April täglich im Subtropenhof des Berggarten Herrenhausen zu sehen

(Foto: Susanne Viktoria Haupt)

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Kategorien: Kunst, Lokalitäten, Tagestipps

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