Roman Kansy
17. Januar 2021

Mamma mia!

Die italienische Küche gehört zu den beliebtesten der Welt. Da ist es nur richtig, dass sie einen eigenen Feiertag bekommen hat

Spaghetti Aglio e Olio

Einig in der Unterschiedlichkeit: die Küche Italiens. Hier ein absoluter Klassiker, Spaghetti Aglio e Olio

Heute ist der beste Tag, um sich endlich mal an die Verarbeitung der beschämend großen Sammlung gehamsterter Lebensmittel zu machen. Gefühlt liegen in den deutschen Haushalten allein vom ersten Lockdown noch durchschnittlich 10 kg unberührtes Weizenmehl und 4 kg Pasta verschiedenster Variationen herum. All die Lebensmittel, die in einem spontanen Aufblitzen evolutionärer Überlebenstaktiken in die heimische Höhle geschleppt wurden, verdienen Besseres, als ungenutzt in dunklen Ecken zu versauern.

Und der heutige Tag, der 17. Januar, ist nicht nur irgendein grauer Tag im tiefsten Winter, sondern auch einer, der etwas Sonne auf dem Teller verspricht: Denn heute ist der Internationale Tag der italienischen Küche. Die Idee beziehungsweise Vorstellung der italienischen Küche an sich entstand erst im Zuge der italienischen Nation und wurde im Wesentlichen durch die Veröffentlichung des Kochbuchs „La scienza in cucina e l’arte di mangiar bene“ durch den Literaturkritiker Pellegrino Artusi befeuert.

Aber was ist die italienische Küche überhaupt? Kurzum: Es gibt sie nicht. Italien besteht aus vielen verschiedenen Regionen, in denen im Laufe der Jahrhunderte noch mehr unterschiedliche Küchen entstanden sind. Durch die mannigfaltigen klimatischen und geografischen Gegebenheiten sind im ganzen Land völlig verschiedene kulinarische Schätze zu finden. Pasta ist nicht gleich Pasta und Pizza ist nicht gleich Pizza. Im Norden wird sie mit dünnem Boden und in runder Form bevorzugt. Dagegen ist auf Sizilien eine viereckige Blechpizza mit dickem Boden das, was man unter einer regionalen Pizza versteht. Und dennoch gibt es nicht wenige Gemeinsamkeiten, auf denen das Konzept der italienischen Cuisine fußt. Frische Zutaten, kein industriell verarbeitetes Gepansche – das ist schonmal Gesetz. Einfach sollen die Gerichte sein und ihrer Bescheidenheit durch die hohe Qualität der Zutaten bestechen. Weniger ist hier nicht mehr, sondern viel!

Doch was wäre ein Artikel über die Geschichte der italienischen Küche ohne ein Rezept? Nicht allzu schwer, aber dafür nicht weniger schmackhaft und durch die aktuellen Kontaktbeschränkungen sogar alltagstauglich, ist einer meiner persönlichen All-Time-Favorites: Spaghetti Aglio Olio gehen einfach immer. Für mich eine der Definitionen von Comfort-Food!

Zutaten:

  • 300 g Spaghetti
  • Olivenöl
  • Knoblauch (irgendwas zwischen drei und fünf Zehen)
  • Salz und Pfeffer
  • ein halbes Bund glatte Petersilie
  • optional: etwa 100 g Parmesan oder Grana Padano*

Zubereitung:

Die Pasta al dente kochen, währenddessen den gehackten oder zerdrückten Knoblauch vorsichtig in einer Pfanne in etwa 120 ml Olivenöl goldbraun, aber nicht dunkel andünsten. Idealerweise gebt Ihr nach und nach etwas von dem Nudelwasser zum Öl. So entsteht eine schöne Emulsion, außerdem könnt Ihr so die Temperatur des Öls regulieren und ein Verbrennen des Knoblauchs verhindern. Denn bitter sollte er auf keinen Fall werden. Ist die Pasta fertig, kommt sie in die Pfanne zum Knoblauch-Öl und dazu die fein gehackte Petersilie. Durchmischen, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mutige rühren noch den Hartkäse unter. Buon appetito!

* Der Hartkäse ist nicht Bestandteil des authentischen Rezeptes, macht das Gericht aber extra herzhaft. Diese Zugabe ist aber stets mit dem Risiko verbunden, zu Recht von einem aufgebrachten Italiener mit dem Nudelholz vermöbelt zu werden.

Sonntag, 17. Januar 2021:
Internationaler Tag der italienischen Küche

(Foto: kawanet/Wikipedia, Copyright: CC BY-2.0)

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Kategorien: Tagestipps

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