Roman Kansy
16. Januar 2021

Winterblues auf Finnisch

Das Verhör: „Mathreyata“ von Dark Buddha Rising

Schamanische Teufelsanbetung und psychedelisches Dröhnen: Dark Buddha Rising haben das Tor zur Hölle geöffnet

Die finnischen Psychedelic-Doom-Heads von Dark Buddha Rising haben nach fünf zähen Jahren ihre neueste auditive Beschwörung auf die Menschheit losgelassen. Das Ergebnis sind apokalyptische Klänge passend zum Winter 2020/21.

„Down the rabbit hole“: Nachdem die ersten endlos guten Minuten des neuen Werkes durch die Gehörgänge gebrettert sind, beginnt das Album, sich im Kopf festzusetzen. Ein akustischer Wahnsinn, dem man sich genussvoll hingibt. Als ob gerade nicht unerhebliche Mengen feinster Peyote-Kaktus seine Wirkung in den hauseigenen Neuronen zu entfalten beginnt, zieht einen „Mathreyata“ immer tiefer in die eigenen Abgründe und lässt so schnell nicht los. Loopende Bass-Riffs und präzise Drums sorgen für eine Atmosphäre, wie es wäre, wenn sich jeden Moment eine Erdspalte auftut und der Gehörnte lachend aus der Erde kriecht.

Nachdem sich die Alben der ersten 16 Jahren Bandgeschichte von Dark Buddha Rising eher dronelastig und unzugänglich zeigten, schafft die Band mit „Mathreyata“ einen gelungenen Spagat zwischen eingängigen Sludge Sounds, erhabenem Drone und purem Chaos. Hui! Die neu erworbene Eingängigkeit tut der Band dabei durchaus gut, denn leichte Kost ist ihr musikalisches Werk dennoch lange nicht. Fiese Klänge, endlos lange und zähe Riffs, dissonantes Gekreische und verstörende Synthie-Sounds lassen geneigte Zuhörer*innen in einem schwarzen Strudel versacken, den man nach kurzer Eingewöhnungszeit auch so schnell nicht wieder verlassen möchte. Nach vier Songs und guten 45 Minuten ist der Trip dann aber auch vorbei und man darf sich von Affekten gereinigt langsam wieder mit der Realität anfreunden, oder gönnt sich noch eine Dosis dieser herrlichen Musik: See you on the other side.

Dark Buddha Rising: „Mathreyata“, CD, 4 Songs, 43:42 min., Svart Records

reinhören:
Dark Buddha Rising auf Bandcamp

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Kategorien: Musik

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