Jörg Smotlacha
27. Januar 2021

Im Dienste der Freiheit

Ein Vortrag des Philosophischen Institutes Hannover befasst sich mit dem politischen Wirken des deutschen Dichters Paul Celan

Paul Celan

Überzeugter Anti-Faschist: Paul Celan auf einem Passfoto von 1938

Paul Celan wurde 1920 in Czernowitz, der Hauptstadt der Bukowina im damaligen Nordrumänien, in einer deutschsprachigen jüdischen Familie geboren. Er besuchte die deutsche und hebräische Grundschule und absolvierte am rumänischen und ukrainischen Staatsgymnasium sein Abitur. Er begann Medizin und Romanistik zu studieren, als seine Heimatstadt 1940 von der Sowjetunion besetzt wurde. Celan konnte zunächst weiterstudieren, doch als 1941 rumänische und deutsche Truppen in Czernowitz einfielen, wurden die Juden in ein Ghetto gezwungen und Celans Eltern in ein Zwangsarbeiterlager deportiert. Die Deportation und der Tod seiner Eltern hinterließen tiefe Spuren und ein schweres Trauma im Leben des späteren Lyrikers Paul Celan. In seinen Gedichten sind zahlreiche Verweise hierauf zu finden.

Celan siedelte später nach Wien und Paris um und starb viel zu früh im Alter von gerade einmal 50 Jahren, vermutlich an Suizid. Sein Werk ist geprägt von der Verarbeitung von Grenzerfahrungen, insbesondere aber von der Erfahrung des Holocaust, sein berühmtes Gedicht „Todesfuge“ ist das bekannteste Beispiel. In dem Gedicht „Schibboleth“ wiederum reflektierte Celan die Erfahrung der Niederlage der antifaschistischen Kämpfe der späten 1930er-Jahre. Dieses Gedicht nimmt der Dozent Paul Stephan heute zum Anlass, am Forschungsinstitut für Philosophie die Bedeutung Celans als politischer Autor, „der literarisch in offensiver Weise Partei für die Sache der Freiheit ergreift“, zu beleuchten. Dabei soll es auch darum gehen, welche inspirierende Kraft solch literarische Texte noch heute entfalten können. Der Vortrag „Februar. No pasaran.“ findet per Zoom statt, eine Anmeldung ist erforderlich.

Mittwoch, 27. Januar 2020:
„Februar. No pasaran.“, Paul Celan als politischer Dichter, Zoom-Vortrag von Paul Stephan, Forschungsinstitut für Philosophie Hannover, Begin: 19 Uhr, Eintritt frei, Anmeldung erforderlich (Tel. 0511/164 09 30, Email: wittkamp@fiph.de)

(Foto: Wikipedia/gemeinfrei)

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Kategorien: Literatur, Politik, Tagestipps

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