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Diversität im Bücherregal

Seitenansicht: Der Online-Shop „Tebalou“

Das etwas andere Bilder-Wörterbuch für Kinder: „Unsere große bunte Welt“ von Constanze von Kitzing, Buchcover

Der Philosoph Ludwig Wittgenstein hat einst gesagt: „Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt“. Und ja, das stimmt. Dinge oder Umstände, die den Weg (noch) nicht in den öffentlichen Diskurs gefunden haben, für die es keine eindeutige Bezeichnung gibt, werden gesellschaftlich nicht weiter verhandelt. Und zwar so lange, bis endlich ein Begriff gefunden wurde, oder aber offen darüber gesprochen wird. Literatur ist immer Teil des Diskurses. Sie verrät uns viel über unsere Lebenswirklichkeit. Wie William Nicholson bereits sagte: „We read to know we are not alone“. In Büchern, zwischen den Seiten Geschichten und Figuren zu finden, die uns und unseren Geschichten ähnlich sind, gibt uns das Gefühl von Gemeinschaft und Sichtbarkeit. Gerade denn, wenn wir uns hinsichtlich einiger Attribute einer Minderheit zurechnen. In den vergangenen Jahren hielt daher immer mehr Diversität Einzug in die Bücherregale von jugendlichen Leser*innen. Denken wir nur an „Eleanor & Park“ [1] von Rainbow Rowell, wo es eben mal nicht um die High School-Schönheit ging. Oder aber an „Love, Simon“ [2] von Becky Albertalli, in der sich alles rund um das Coming Out eines Jugendlichen dreht. Oder aber einfach die zahlreichen Romane von John Green und David Levithan, die neben Homosexualität auch psychische Erkrankungen und HIV thematisieren. In dieser Hinsicht sind uns die Jugendlichen heute deutlich voraus.

Aber wie bringen wir Diversität in die Kinderzimmer von den Kleinen? Immer nur Connie? Bitte nicht. Denn für ein wirklich vielseitiges Weltbild brauchen wir eindeutig mehr. Wir brauchen Geschichten von Regenbogen-Familien, von BIPOC, Transgender-Figuren und auch von Familien, die mit Krankheiten zu kämpfen haben. Wir brauchen Geschichten, in denen die Väter in Elternzeit sind und Mütter arbeiten gehen. Wir brauchen Patchwork in jede Richtung – und auch Armut darf und sollte thematisiert werden. Gehen wir aber in eine herkömmliche Buchhandlung, werden wir diesbezüglich selten oder aber gar nicht fündig. Kinderbüche, die Diversität schon für die Kleinsten abbilden, sind deutlich schwerer zu finden, als die großen Klassiker. Der deutsche Buchhandel versackt nun mal immer noch größtenteils im Mainstream, allerdings ist das auch einfach ein wirtschaftlicher Faktor. Ein echtes Licht am Ende des Tunnels ist deshlab der Online-Shop Tebalou [3]. Ja, normalerweise stellen wir hier ausschließlich Bücher vor und keine Online-Shops. Aber Diversität ist wichtig und auch Ihr müsst doch wissen, wo ihr Euch gut erkundigen könnt. Außerdem ist auch in Deutschland mittlerweile der Black History Month angekommen. Dies zum Anlass genommen, gibt es nun einen kleinen Streifzug durch das Sortiment von Tebalou.

So bunt und vielfältig kann es tatsächlich sein

Zum Beispiel erklärt Autorin Ilhaam El-Qasem in „Mama, wann ist Ramadan?“ [4] die für sie schönste Zeit des Jahres und das bereits für Kinder ab drei Jahren. In „Wo kommt unser Essen her?“ [5] verfolgt die Autorin Julia Dürr Produktionsketten und macht für die Kleinen ab vier Jahren deutlich, was unser Essen eigentlich mit dem Klima zu tun hat. Ein aktuelles Vorbild fängt das Duo Zoë Tucker und Zoe Persico mit „Greta und die Großen“ [6] auf und informiert Kids ab vier Jahren vom Mut und Durchhaltevermögen der schwedischen Aktivistin. Ausgezeichnet mit dem KIMI-Siegel für Toleranz und Vielfalt wurde „Akissi: Auf die Katzen, Fertig, Los!“ [7] von Marguerite Abouet und Mathieu Sapin. Ein wunderbares Kinderbuch im Comic-Stil, das auf kindgerechte Weise Einblicke in eine andere Lebenswelt bietet und dabei auch soziale Probleme nicht versteckt. Ein Klassiker im Online-Shop, und damit auch ein Must-Have für das heimische Kinderbuch-Regal wiederum ist das Bilderbuch „Unsere große bunte Welt“ [8] von Constanze von Kitzing, das ebenfalls mit dem KIMI-Siegel ausgezeichnet wurde. Hier wird in einem kunterbunten Bilder-Wörterbuch den Kleinsten die Welt erklärt. Ohne dabei auf Vielfalt hinsichtlich der Herkunft zu verzichten.

Im Online-Shop von Tebalou [3] lässt sich natürlich noch viel mehr finden als nur Bücher, sondern beispielsweise auch Spielsachen und Puppen, die ein buntes und vielfältiges Bild anbieten. Intoleranz, Hass und Ignoranz lassen sich nämlich nicht nur dadurch bekämpfen, in dem wir die Erwachsenen mit Vielfalt und Offenheit konfrontieren, sondern auch schon dadurch, wenn wir schon den Kleinsten zeigen, dass alles „jenseits der bekannten Norm“ tatsächlich einfach zur Normalität gehört. So können etliche Probleme vielleicht bereits in ihrem Entstehen verhindert werden und den Kindern selbst das Handwerkszeug für eine offene und tolerante Gesellschaft an die Hand gegeben werden. Bestellen lassen sich die zahlreichen Bücher sicherlich auch im stationären Buchhandel. Doch in diesem Falle ist es sicherlich keine Schande, wenn der Online-Shop Tebalou durch Bestellungen unterstützt wird.

Tebalou – der Online-Shop [3]

(Foto: Buchcover)

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