- langeleine.de – Das Online-Journal für Hannover - http://www.langeleine.de -

Female-fronted

Musik x Feminismus: Inspirierende Frontfrauen aktueller Rock- und Punk-Bands

Taylor Momsen, Frontfrau der Band The Pretty Reckless

Wie rockig und laut jemand auf der Bühne sein kann, hat nichts mit dem Geschlecht zu tun. Frauen gehören genauso zur Rock-Szene wie ihre männlichen Kollegen. Und zwar nicht nur als Fans, sondern auch auf die Bühne, an die Instrumente und ans Mikrofon. Heute stellen wir vier unterschiedlichen Powerfrauen vor, die Vorurteile beiseite schaffen.

Theresa Jarvis (Yonaka)

Frontfrau Theresa Jarvis auf der Bühne

Sie postet gern verrückte Bilder mit wechselnden Haarfarben, mal blau, mal lila. Außerdem steht Theresa Jarvis als Frontfrau der britischen Rockband Yonaka auf internationalen Bühnen. Die Musikerin gründete Yonaka 2014 in Brighton in England zusammen mit George Edward, Alex Crosby und Robert Mason, ihren Kumpels von der Uni. Alle außer ihr hatten bei der Gründung Yonakas bereits Band-Erfahrungen, für sie selbst hat es erst mit den drei Jungs musikalisch „klick gemacht“, sagt Jarvis in einem Interview mit dem Grossstadt-Surfer. 2019 erschien Yonakas Debüt „Don’t Wait ‚Til Tomorrow“ [1]. Der Sound ist einzuordnen zwischen Alternative-Rock und Punkrock mit melodischen Hooks und starken Gitarrenriffs. Theresa Jarvis‘ soulige, fast nasal klingende Stimme ist unverwechselbar, ihr Gesang voller Power und Leidenschaft. Passend dazu versorgen ausdrucksstarke Texte, die sie selbst geschrieben hat, die Zuhörer*nnen mit Selbstbewusstsein und laden zum Träumen großer Träume ein: „I just wanna be a Rockstar, Baby“.

Taylor Momsen (The Pretty Reckless)

Toughes Auftreten: Taylor Momsen und ihre Band The Pretty Reckless

Taylor Momsen wurde 1993 in Missouri/USA geboren. An Bekanntheit gewann sie zunächst durch ihre Karriere als Schauspielerin und Model. Von 2002 bis 2007 spielte sie Jenny Humphrey in der Serie „Gossip Girl“. Außerdem verkörpert sie die kleine Mary Lou im originalen „Grinch“-Film. Dass ihr Herz eigentlich für Rockmusik schlägt, behielt sie jahrelang für sich. Dabei schrieb sie bereits als kleines Kind im Alter von etwa 5 Jahren ihre ersten Songs. Mit „Gossip Girl“ endete Taylor Momsens schauspielerische Karriere und zwei Jahre später gründete sie The Pretty Reckless. 2009 erfolgte der erste Auftritt, 2010 fand sich die bis heute bestehende Besetzung der Band zusammen: Sie selbst als Sängerin und Keyboarderin, Gitarrist Ben Philips, Bassist Mark Damon sowie Schlagzeuger Jamie Perkins. Taylor Momsen wurde zum Aushängeschild der Band, man könnte beinahe annehmen, es ginge ausschließlich um sie. Dies suggerieren auch die Musik-Videos, in dem der Rest der Band meistens nur kurz vorkommt, während die Sängerin im Vordergrund steht. Durch ihr toughes Auftreten, rockig-freizügige Looks und ihren rauchigen Gesang passt sie genau in das „Klischee“ der Rock-Frontfrau. Dennoch lässt sie Kritiker*innen keine Chance – The Pretty Reckless wäre ohne Taylor Momsen wohl nicht halb so erfolgreich. Sie schreibt den Großteil der Musik der Band und ist somit auch verantwortlich für das aktuelle Album „Death by Rock and Roll“ [2], das diesen Monat erschien.

Mikaila Delgado (Yours Truly)

Yours Truly im Musik-Video zu „Funeral Home“

Dass Pop-Punk nicht tot ist, beweisen Yours Truly. 2016 gegründet, machen die vier Australier*innen seit der Highschool zusammen Musik. Im Vordergrund steht Frontfrau Mikaila Delgado. Sie gibt die Interviews, steht vorne und singt, bleibt sonst aber auf dem Boden der Tatsachen und hebt sich nicht vom Rest der Band ab. Die Songs schreiben alle gemeinsam, erzählte Delgado in einem Interview mit Front Row Live. So lief es auch bei den Texten für das Debüt-Album „Self Care“ [3], das 2020 erschien. „‚Self Care‘ is about the year of our lifes. About us experiencing the major highs and lows and us just trying to figure out who we are“, sagte sie gegenüber Front Row Live. Und genauso wirkt die Band. Frisch, unverbraucht, dabei ehrlich und sympathisch. Mikaila Delgado spricht in Interviews offen über Mental Health-Themen und davon, wie sie beim Schreiben nahehzu aller Lyrics vor den anderen weinte. Ihre Songs nach der Pandemie endlich vor großem Publikum zu spielen, kann die Sängerin kaum erwarten.

Lynn Gunn (Pvris)

Macht einfach ihr Ding: Lyndsey Gerd Gunnulfsen, kurz Lynn Gunn

Gebürtig heißt die amerikanerische Sängerin Lynn Gunn mit vollem Namen Lyndsey Gerd Gunnulfsen. Sie ist 26 Jahre alt und steht seit 2012 als Sängerin und Frontfrau von Pvris auf der Bühne. Neben dem Gesang beherrscht sie Keyboard, Gitarre, Schlagzeug und Bass. Hinzu kommt ihre Kreativität – Lynn Gunn schreibt die Songtexte, legt den Sound aber nicht von vornherein fest. Auch nach dem Schaffungsprozess erstellte sie für Pvris‘ aktuelles Album „Use Me“ [4] einige Remixe. Der Song „Gimme a Minute“ entstand gemeinsam mit befreundeten Musikern, die aber nicht zu Pvris gehören. „We just kind of went crazy, we had a bunch of coffee and we kinda lost our minds“, erzählte sie lachend im Interview mit Rock Sound, als es um die Entstehung der Single geht. So wurde aus dem Track ein Durcheinander, das aber gleichzeitig beide Enden des typischen Pvris-Soundes vereint: rockige Gitarren und starke, elektronische Beats. Das Schlagzeug in den Strophen sei außerdem mit Bleistiften gespielt, so Lynn Gunn. Sie scheint stets offen für neue Klänge und niemals festgefahren auf einen bestimmten Sound. Sie macht einfach ihr Ding, ist dabei kein hartes Rockergirl, sondern eher niedlich und absolut sympathisch.

(Foto Taylor Momsen: Stefan Brending, Copyright: CC BY-SA 3.0 [5])

(Foto Theresa Jarvis: Paul von weareyonaka.com, Copyright: CC BY-NC-SA 2.0 [6])

(Foto The Pretty Reckless: Pressefoto/Atomsplitter PR)

(Foto: Mikaila Delgado: Screenshot Musik-Video „Funeral Home“)

(Foto Lnn Gunn: JBizzle12/Wikipedia, Copyright: CC BY-4.0 [7])

[8]
Wenn Dir dieser Text gefällt, teile den Artikel auf Facebook,
hinterlasse einen Kommentar oder abonniere unseren RSS-Feed [9]!