Susanne Viktoria Haupt
4. März 2021

Kunstvermittlung 2.0

So geht Kunstvermittlung in Zeiten der Pandemie: Das Sprengel Museum lädt zum Talk ein und macht dabei eine sehr gute Figur

Normalerweise tummeln sich hier täglich unzählige Kunst-Interessierte, doch momentan sind die Hallen des Sprengel Museums fürchterlich vereinsamt

Wird es nun ab März Lockerungen geben, die zumindest einen Museumsbesuch wieder ermöglichen? Zum Zeitpunkt des Entstehens dieses Tagestipps steht das leider noch in den Sternen. Aber wir hoffen, oder etwa nicht? Nicht, weil wir die Gefahren unterschätzen, sondern einfach, weil die Museen bereits im vergangenen Jahr einiges an Hygienemaßnahmen hochgefahren haben, von denen beispielsweise die meisten Schulen nur träumen können. Hier kann Abstand aktiv gelebt werden und Seife ist stets vorhanden. Ja, wir träumen von pandemieverträglichen Lösungen für den Kultursektor. Das liegt auch einfach daran, weil Kultur nun mal so viel mehr ist, als bloßes Anschauen von Kunst und Co. Das Ausstellen von Kunst ist nämlich auch nur eine von vielen Aufgaben eines Museums.

Museen vermitteln aktiv. Einerseits durch ihre Ausstellungen, aber andererseits auch über das bereitgestellte Rahmenprogramm. Vorträge, Workshops und anderweitige Veranstaltungen vertiefen die Ausstellungsinhalte und füttern die wissbegierigen Köpfe der Teilnehmenden. Das Sprengel Museum hat normalerweise ein reichhaltiges Vermittlungsprogramm. Neben ihren regelmäßigen Führungen sind es vor allem die zahlreichen Vorträge, für die sich einige sogar noch nach dem Feierabend am Maschsee einfinden. Diese Vermittlungsangebote sind auch stets kommunikative Knotenpunkte für Kunstinteressierte. Wo sollen also die Mitarbeiter*innen des Sprengel Museums derzeit mit all ihrer Energie hin? Richtig, sie basteln sich ein Online-Vermittlungsprogramm, das frei verfügbar ist und den Wissensdurst stillt.

Und schon waren die Sprengel Talks geboren. Insgesamt drei Talks wurden bisher über Zoom zunächst live abgehalten, anschließend als Aufzeichnung für all jene konserviert, die keine Zeit hatten. Der erste Talk wirft dabei einen Blick hinter die Kulissen und fühlt Reinhard Spieler, Direktor des Sprengel Museum Hannover und Ingo Taubhorn, Kurator Haus der Photographie, Deichtorhallen Hamburg und Präsident der deutschen fotografischen Akademie in ihrer Rolle als Juroren für den Vonovia Award für Fotografie auf den Zahn. Die beiden anderen Talks, und der letzte ist noch ganz frisch von vorgestern, beschäftigen sich mit der Distanz-Ausstellung „How to survive“. Also ab mit euch auf die Couch und die Sprengel Talks eingeschaltet.

Donnerstag, 4. März 2021:
Sprengel Talks, Online-Kunstvermittlung des Sprengel Museums Hannover, Beginn jederzeit möglich, Eintritt frei

(Foto: Susanne Viktoria Haupt)

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Kategorien: Kunst, Medien, Tagestipps

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