Susanne Viktoria Haupt
15. November 2010

Die letzte Dekade der Popkultur

Seitenansicht: „Lokalhelden“ von Jörg Harlan Rohleder

Jörg Harlan Rohleder: “Lokalhelden”, Buchcover

Jörg Harlan Rohleder: „Lokalhelden“, Roman, 285 Seiten, Piper Verlag, ISBN-13: 978-3492053846, 16,95 Euro

Echterdingen zu Beginn der 90er-Jahre. Kurt Cobain spielt Gitarre, der Euro steht noch in den Sternen. Die Nachricht des Mauerfalls ist endlich bis ins letzte Dorf hervorgedrungen. Hier lebt Schmall mit seinen Freunden, inmitten einer kleinen Welt aus Schule, den ersten Schwärmereien, ein paar Drogen-Eskapaden und Pickeln. Für Schmall steht fest, dass er nur raus möchte aus Schwabylon, dem Stuttgarter Umland in seiner biblisch-bösen Form. Er will dem Stillstand entgehen. Aber bis es soweit ist, wird er seinen Frust mit einer Menge Betäubungsmittel bekämpfen, miterleben, wie Freunde im Gefängnis landen, sich gegen die örtliche Schlägertruppe durchsetzen und in seinem Teeny-Chaos irgendwie einen klaren Kopf behalten. Außerdem muss er mit ansehen, wie die Menschen auf einmal zu Techno raven und lieber in düsteren Clubs Pillen schmeißen, als weiterhin mit dem Skateboard die Pipe zu befahren…

Jörg Harlan Rohleder, Autor bei der Fachzeitschrift Musikexpress, beschreibt in seinem Debüt-Roman „Lokalhelden“ den steinigen Weg von der Pubertät bis zum Abitur. Dabei legt er den Fokus auf die kulturellen Ereignisse und Brüche der letzten blühende Dekade der westlichen Popkultur. Was erst wie ein normaler Coming-of-age-Roman erscheint, wird mehr und mehr zu einem so kritischen wie unterhaltsamen Blick auf eine vergangene Zeit, in der auf MTV noch etwas anders lief als Klingeltonwerbung.

„Seitenansicht – die Kritik zum Einstecken“ erscheint in Kooperation mit der Buchhandlung Decius, wo sie als Postkarte erhältlich ist.

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Kategorien: Literatur

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