Jörg Smotlacha
8. März 2021

Die dritte Welle

Passend zum Internationalen Frauentag klärt das Schauspielhaus Hannover, warum Feminismus ganz oben auf unser aller Agenda gehört

Fatma Aydemir

Arbeitet in Berlin für die taz und hat mit ihrem Debüt-Roman „Ellbogen“ für Aufsehen gesorgt: die Journalistin und Schriftstellerin Fatma Aydemir

Endlich ist die dritte Welle da! Ja, ganz richtig gehört, denn diese dritte Welle ist nötig und viel wichtiger als jede Debatte über Corona. Der Feminismus geht in Deutschland in seine dritte Generation – und das ist ein Grund zur Freude. Nicht nur, weil heute am 8. März der Internationale Frauentag ausgerufen wird, sondern weil Feminismus in Zukunft eine nachhaltige Rolle haben wird – mit inspirierenden Debatten, Gesichtern, Stimmen und Strategien, die unsere Welt und unser Zusammenleben in Zukunft hoffentlich nachhaltig prägen werden. Anders als die toxische Männlichkeit von einigen derzeit regierenden reaktionären Machthabern und hier und dort auch Machthaber*innen, die unser Zusammenleben derzeit an den Rande des Unterganges führen, könnte er nämlich dazu beitragen, dass die Menschheit überleben kann und dafür Konzepte entwickelt. Und das wäre doch was, oder?

Wie nötig ein Umdenken ist, wird aktuell daran deutlich, dass Gewalt gegen Frauen anscheinend immer noch nicht in die Definition von innerer Sicherheit gehört, obwohl doch spätestens die „Incel“-Bewegung deutlich gemacht haben sollte, dass es sich hierbei um eine besonders perfide, weil permanent verharmloste, Form von Terror handelt.

Anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März spricht das Schauspielhaus Hannover – moderiert von Vicky-Andrea Amankwaa-Birago – heute im Live-Stream in der Digitalen Bühne mit Feminist*innen der Gegenwart: Fatma Aydemir, Mahret I. Kupka, Anna Mülter, Noa Winter und Hengameh Yaghoobifarah. Die Frage lautet: „Wie sieht ein moderner, pluralistischer, kritischer, empowernder Feminismus im Jahre 2021 aus?“ Wie können alle mitgenommen werden? Schwarze Frauen zum Beispiel, muslimische Frauen, Frauen mit Behinderung, Frauen aus der Arbeiterschicht, queere Frauen, LGBT-Menschen, natürlich ganz besonders auch Männer und alle, die es wollen. Einfach, in dem wir Feminismus als notwendige Befreiungsbewegung verstehen, für alle. Es ist höchste Zeit.

Montag, 8. März 2021:
„Digitale Bühne: Feminismus geht uns alle an“, Podiumsdiskussion mit Fatma Aydemir, Mahret I. Kupka, Anna Mülter, Noa Winter und Hengameh Yaghoobifarah, Schauspielhaus Hannover, Online-Veranstaltung auf Zoom, Beginn: 19.30 Uhr, Eintritt frei, Anmeldung erforderlich

(Foto: Pressefoto/Niedersächsisches Staatstheater/Valerie-Siba Rousparast)

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Kategorien: Politik, Tagestipps

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