Susanne Viktoria Haupt
16. März 2021

Die Welt der Datenkraken

Vom Sammeln, Geben und Nehmen: Künstliche Intelligenz, ihre Grenzen und unsere Datenverfügbarkeit sind Gegenstand der Diskussionsrunde „Die Summe unserer Daten“ im Literaturhaus Hannover

Mit „Dave“ hat Raphaela Edelbauer einen brillant amüsanten Roman über künstliche Intelligenz geschrieben

Google lies neulich verlauten, dass demnächst ein Ende des persönlichen Trackings und damit auch der personalisierten Werbung zu erwarten sei. Wir kennen das ja irgendwie alle. Man sucht bei Google Informationen zu einem bestimmten Produkt und kurze Zeit später wird man in den Sozialen Medien mit Werbung für eben dieses Produkt förmlich erschlagen. Genauso werden uns auf Basis unserer „Gefällt-mir“-Angaben und Abonnements in den Sozialen Medien ähnliche Produkte vorgeschlagen. Dir gefällt Schokolade? Super! Wie wäre es dann mit Gummibärchen? Um es mal ganz flach darzustellen.

Hinter diesen Erscheinungen stecken dann aber eben ausgefuchste Algorithmen, die von künstlicher Intelligenz gesteuert werden. Wie kleine Kraken sitzen sie hinter Google & Co. und greifen unsere Daten ab, verwerten sie, und erstellen ein persönliches Online-Profil der User*innen. Ja, diese Krake sorgt eben auch für unsere eigene Online-Blase. Mir werden beispielsweise keine Fleisch-Produkte mehr vorgeschlagen, dafür immer die neuesten veganen Aufstriche. Ich grase stets auf der Fläche, auf der ich mich ohnehin befinde. Vollkommene Komfortzone. Das ist im Bereich der Kulinarik sicherlich angebracht, ansonsten ist die eingeschränkte Sicht manchmal wahrlich… nun ja, eingeschränkt eben.

Aber wie gut sind diese Algorithmen eigentlich? Und welchen Anteil haben wir als Daten-Lieferant*innen überhaupt? Und noch viel wichtiger: Lassen sich die angesammelten Daten auch noch für mehr nutzen, als nur für personalisierte Werbung? Wann überschreiten wir die Grenze hin zum vollständig gläsernen Menschen? Und wie ausgereift ist die künstliche Intelligenz eigentlich? Wo sind ihre natürlichen Grenzen?

Diesen Fragen gingen Autorin Raphaela Edelbauer und der Wirtschaftsethiker Peter Seele gemeinsam mit der Journalistin Martina Sulner auf den Grund. Für das Literaturhaus Hannover haben sie sich ganz coronakonform zusammengeschaltet. Das Ergebnis „Die Summe unserer Daten“ aus der Reihe „Resonanzen“ ist noch bis zum 11. Juni in der Mediathek des Literaturhauses zu sehen.

Dienstag, 16. März 2021:
„Die Summe unserer Daten“, Diskussion im Rahmen der Reihe „Resonanzen“, Literaturhaus Hannover, Beginn jederzeit möglich, Eintritt frei, Video in der Mediathek des Literaturhauses Hannover

(Foto: Buchcover)

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Kategorien: Medien, Politik, Tagestipps

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