Susanne Viktoria Haupt
21. März 2021

Literarisch durch die Weltgeschichte

Literatur auf die Ohren: In der WDR-Mediathek lässt sich eine spannende Podcast-Folge über den französischen Schriftsteller und Drehbuchautor Éric Vuillard finden

Punktete auf dem deutschen Buchmarkt vor allem mit „Die Tagesordnung“: Éric Vuillard

Eigentlich, ja eigentlich, und das haben die Medienwissenschaften schon seit Jahren erkannt, konsumieren wir größtenteils über unseren Sehsinn. Ja, in der Tat. Während man einst noch vor dem Radio saß und lauschte, wird heute zunehmend auf das Visuelle gesetzt. Dank Podcast-Trend fällt das Auditive nicht ganz so weit ab von der Kante, dennoch wollen unsere Augen ständig etwas geboten bekommen. Dabei sind die Ohren eigentlich wahrlich ungewöhnlich, denn im Gegensatz zu den Augen und dem Mund können wir diese nicht schließen. Zumindest nicht, ohne unsere Hände zu benutzen. Selbst nachts, wenn wir schlafen, nehmen wir Geräusche wahr. Unsere 24-Stunden-Antenne sozusagen.

Für den heutigen Tagestipp schließen wir daher mal die Augen und verlassen uns einzig und allein auf unsere spektakulären Ohren. Wir werden lauschen, und zwar Christoph Vormweg vom WDR, der über niemanden Geringeres spricht als über den französischen Schriftsteller Éric Vuillard. „Die Tagesordnung“ von Vuillard fanden wir beispielsweise so gut, dass wir eine Seitenansicht darüber verfasst haben. Viel spektakulärer ist aber natürlich die Tatsache, dass der Franzose für diesen literarischen Beitrag 2017 den Prix Goncourt zugesprochen bekam. Aber was ist das Interessante und Außergewöhnliche an dem im schönen Lyon geborenen Schriftsteller? Seine klare Stärke ist, dass er tief in die Weltgeschichte einzutauchen und einzelne Themen spannend und literarisch anspruchsvoll in ein neues Gewand zu kleiden vermag. Dafür reist er geistig mal zum Berliner Kongo-Prozess, oder aber auch in den Wilden Westen, um Buffalo Bill einen Besuch abzustatten.

Nach mehreren erfolgreichen Streifzügen durch die Weltgeschichte hat sich Vuillard in den vergangenen Jahren auch an Drehbücher herangewagt. Für „Verraten und verkauft“ kooperierte er mit Philippe Grandrieux und bei dem 2009 erschienenen Streifen „Mateo Falcone“ spendierte er nicht nur das Drehbuch, sondern führte auch Regie. Grund genug also, dass sich Christoph Vormweg vom WDR in einer fast einstündigen Folge mit dem Titel „Éric Vuillards literarische Tauchgänge durch die Weltgeschichte“ dem geschichtsbegeisterten Franzosen gewidmet hat und sein Werk genauer beleuchtet. Also Ohren auf und hingehört!

Sonntag, 21. März 2021:
„Éric Vuillards literarische Tauchgänge durch die Weltgeschichte“, WDR Kulturfeature Online, Länge: 54 min., Beginn: jederzeit möglich, Eintritt frei, verfügbar in der Mediathek des WDR

(Foto: Wikipedia.de)

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Kategorien: Literatur, Medien, Tagestipps

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