Susanne Viktoria Haupt
22. März 2021

Twin Peaks liegt in der Schweiz

Ein multimedialer Krimi der Extraklasse: Das Theaterkollektiv „vorschlag:hammer“ bringt Euch eine Schweizer Version von „Twin Peaks“ via Telegram nach Hause

Schon lange ein absoluter Kult-Klassiker: David Lynchs Serienhit „Twin Peaks“

Als ich gerade einmal zwölf Jahre alt war, schleppte die damals beste Freundin meiner großen Schwester „Das geheime Tagebuch der Laura Palmer“ zu uns an. Auf dem Cover war eine Mädchenleiche zu sehen und ich, so morbide wie ich nun mal schon von Kindesbeinen an war, war umgehend fasziniert. Ich las es, natürlich. Einige Zeit später, als wäre es ein Wink mit dem Zaunpfahl gewesen, berichtete mir mein Vater beim Frühstück von einer sehr spannenden, wenn auch leicht abgedrehten Serie, die er sich neuerdings nachts alleine im Wohnzimmer anschaute: „Twin Peaks“. Und während er so erzählte, bemerkte ich, dass Buch und Serie irgendetwas miteinander zu tun haben müssen. Allerdings traute ich mich nicht, das laut zu sagen, denn für die meinem Alter so gar nicht angemessene Lektüre hätte es sicherlich etwas Schimpfe gegeben. Einige Jahre später, mittlerweile 19 Jahre alt und verliebt in den Armen meiner großen Jugendliebe, lag ich auf dem Sofa und schaute mir im Sommer 2005 endlich beide Staffeln von „Twin Peaks“ an. Und noch heute reisen wir, immer noch Arm in Arm, auf dem Sofa alle paar Jahre nach „Twin Peaks“ und erfreuen uns an den Ermittlungen zum Mordfall Laura Palmer und am unkonventionellen Agent Cooper.

„Twin Peaks“ von David Lynch ist Kult, so viel steht fest. Selbst Showrunner Chris Chibnail lehnte seine erfolgreiche Serie „Broadchurch“ an den Klassiker an. Und so viel Overacting und Drama Lynch mit seinem Cast innerhalb der zwei Staffeln zeigt, ist es sicherlich einzig und allein der Länge und Komplexität der Serie geschuldet, dass sie bisher noch niemand auf die Bühne gebracht hat. Nun kommt sie aber dank des Theater-Kollektivs „vorschlag:hammer“ auf das Verschwörungsmedium Nummer eins zu Euch nach Hause, also auf Telegram. Hier könnt Ihr heute Abend sozusagen eine Schweizer Version des Lynch-Klassikers live mitverfolgen und gleichzeitig ermitteln. Im Schweizerischen Birsfeld wird nämlich eine Leiche gefunden und ja, jede*r könnte der oder die Mörder*in sein. Hin und her pendelnd zwischen Filmsequenzen und Chat-Fenster, erwartet Euch mit „Twin Peaks – Telegram Edition“ ein multimedialer Krimi mit Spannungsgarantie. Und das auch noch ganz ohne Eintritt bequem auf die Couch geliefert.

Von und mit Gesine Hohmann, Stephan Stock, Kristofer Gudmundsson, Bernhard la Dous, Malu Peeters, Paula Reissig und und echten Birsfelder Bürger*innen. Sämtliche Informationen zur Teilnahme findet Ihr auf der Homepage des Schauspielhauses Hannover, die „Twin Peaks“ in dieser besonderen Form dankenswerterweise in ihr Programm aufgenommen hat.

Montag, 22. März 2021:
„Twin Peaks – Telegram Edition“, Schauspielhaus Hannover, Gastspiel des Theaterkollektivs „vorschlag:hammer“, Beginn: 20 Uhr, Eintritt frei, Teilnahme via Telegram

(Foto: DVD-Cover)

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Kategorien: Bühne, Film, Medien, Tagestipps

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