Sebastian Albrecht
6. Dezember 2010

Tausche Beziehung gegen Kunstraub

Seitenansicht: „Bacons Finsternis“ von Wilfried Steiner

Wilfried Steiner: „Bacons Finsternis“, Roman, 288 Seiten, Deuticke im Zsolnay Verlag, ISBN-13: 978-3552061446, 19,90 Euro

Während des gemeinsamen Kreta-Urlaubs trennt sich Isabel von Arthur. Der bleibt allein zurück. Loslassen kann und will er nicht, und auch die Aufmunterungsversuche von Maia, der Mitinhaberin seines Antiquariats „Maldoror“ prallen an ihm ab. Zwischen trauriger Trennungsmusik, Fast Food und Alkohol verfällt Arthur den Bildern Francis Bacons, in denen er seine Einsamkeit, sein Leid und seinen Herzschmerz wiedererkennt. Als seine Leidenschaft obsessive Züge annimmt, beginnt Arthur, einer Bacon-Ausstellung quer durch Europa zu folgen. In der Tate Gallery in London wird er zufällig Zeuge eines Gesprächs über einen geplanten Kunstraub, an dem seine Ex-Frau beteiligt ist. Gemeinsam mit Maia folgt er den Spuren, die nach Hamburg führen, um den Diebstahl zu vereiteln.

Zu Beginn des Romans legt der österreichische Schriftsteller Wilfried Steiner das Augenmerk auf den sitzen gelassenen Arthur und wandelt auf den Pfaden Nick Hornbys und Benjamin von Stuckrad-Barres. In der zweiten Hälfte wird „Bacons Finsternis“ dann aber immer mehr zu einem Thriller, der an Dan Brown ohne dessen religiöse Verschwörungen erinnert. Eine außergewöhnliche Mischung aus Liebesgeschichte, Kunstbetrachtung und Spannungsroman.

„Seitenansicht – die Kritik zum Einstecken“ erscheint in Kooperation mit der Buchhandlung Decius, wo sie als Postkarte erhältlich ist.

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Kategorien: Literatur

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