Cosma Jo Gagelmann
6. April 2021

„Wir sind die, die sie nie sehen“

Mit einer neuen Netflix-Produktion wird dem bekanntesten französischen Gentleman-Gauner ein modernes Denkmal gesetzt: Arsene Lupin

Lupin

Assane Diop (Omar Sy) hat sich einige Tricks von Meisterdieb Arsene Lupin abgeschaut

Die literarische Figur Arsene Lupin ist ein Gentleman-Gauner, den der Autor Maurice LeBlanc im Jahr 1905 erfand. Lupin steht für Anstand und Ehre, aber benutzt auch vielfältige Verkleidungen und Tricks. Assane Diop (Mamadou Haidara) bekam im Kindesalter einen der zwanzig Arsene Lupin-Romane von seinem Vater (Fargass Assandé) geschenkt. Die beiden waren aus dem Senegal eingewandert und lebten in Paris. Der Vater hatte einen Job als Chauffeur bei einem reichen Unternehmer namens Hubert Pellegrini (Hervé Pierre), doch als ein teures Collier verschwand, wurde er als Dieb beschuldigt. Daraufhin landete er im Gefängnis und erhängte sich schließlich. So wurde Assane zur Waise.

Inzwischen ist Assana (nun gespielt von Omar Sy) wesentlich älter, hat eine Ex-Frau und einen jugendlichen Sohn. Wie Lupin nutzt er verschiedene Verkleidungen, um sich zu tarnen. Er ist ein Tagelöhner, macht manchmal illegale Jobs und hat sonst kaum eine Perspektive im Leben. Er plant mit Gangstern, denen er etwas schuldig ist, das altbekannte Collier aus dem berühmten Louvre zu stehlen, bei dem es von der Familie Pellegrini versteigert werden soll. Doch Assane schöpft Verdacht und will endgültig erfahren, ob sein Vater es damals gestohlen hat oder nicht. Dazu nutzt er zunächst eine Verkleidung als Reinigungsmitarbeiter, da diese zwar kontrolliert, aber ansonsten wenig beachtet werden. Später gibt er sich mithilfe eines teuren Anzugs und eines Wikipedia-Artikels als reicher Mann aus. Wie Lupin nutzt er Verkleidungen der unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten, um nahezu unsichtbar für manche Menschen zu werden. Assane sagt selbst: „Wir sind die, die sie nie sehen.“

Die zehnteilige Serie „Lupin“ ist spannend, unvorhersehbar aber auch lustig. Das fanden viele Zuschauer*innen, da die Serie rund um den Globus in den ersten 12 Tagen über 70 Millionen mal angeschaut wurde. Omar Sy, der durch „Ziemlich beste Freunde“ weltweit bekannt wurde, spielt seine Hauptrolle sehr sympathisch, und auch Paris wirkt schön, trotzdem wird es auch realistisch gezeigt. „Lupin“ greift Sozialkritik, das Leben in den Banlieus, Rassismus und das aktuelle Zeitgeschehen auf.

Zurzeit sind 5 Folgen zu sehen, die je 42-53 Minuten lang sind. Weitere fünf Folgen mussten aufgrund der Corona-Pandemie später gedreht werden und sind bestätigt, auch ein Trailer wurde veröffentlicht. Er soll im Sommer 2021 erscheinen.

Dienstag, 6. April 2021:
„Lupin“, Serie, erste fünf Folgen verfügbar auf Netflix

(Foto: Pressefoto)

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Kategorien: Film, Tagestipps

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