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Mit Humor und Knetfiguren gegen den Alltagswahnsinn

Vier Minuten im Knetparadies: Bei der zehnteiligen Animationskurzfilmreihe „Wer war zuletzt am Kühlschrank?“ wird es in der Arte Mediathek tierisch und menschlich zugleich

Eine Schildkröte, eine Krake, ein Seebär und sein Sohn – mehr braucht es für den Alltagswahnsinn nicht: Szenenfoto aus „Wer war zuletzt am Kühlschrank?“

Wenn ich mir meine Katze so anschaue, dann frage ich mich ganz oft, wie wir nur der Meinung sein können, dass wir so viel anders als die Tiere wären. Denn mal ehrlich, wer hat da eigentlich die Grenze gezogen? So zwischen Mensch und Tier? Meine Katze ist auf jeden Fall, egal, ob ich es will oder nicht, eine gleichwertige Mitbewohnerin, die nur eben nie die Küche, aber dafür sich selbst sauber macht. Und einkaufen mag sie auch nicht. Ansonsten hat sie genauso ihre Launen wie alle anderen hier. Auch wenn sie häufiger noch etwas launenhafter ist als der Rest der Familie. Ja, in den Tieren können wir uns Menschen eigentlich ganz gut spiegeln. Ganz gleich ob wilde Katze, verspielter Hund oder aber händchenhaltende Otter. Es ist daher auch kein ungewöhnlicher Kniff, wenn Tiere in Animations- oder Zeichentrick-Filmen in ihrer Lebensweise uns ähnlich dargestellt werden. Dabei denke ich beispielsweise an die Verfilmung von Roald Dahls „Der fantastische Mr. Fox“ oder aber zahlreiche Disney-Klassiker, in denen die Tiere sprechen und sogar heiraten können.

In der Arte Mediathek [1] lässt sich derzeit ein ganz besonderes Schmuckstück dieser Art finden: „Wer war zuletzt am Kühlschrank?“ heißt die kurze Animationsreihe von Henning Thomas, Kathrin Albers und Daniel Nocke. Im Zentrum steht eine Schildkröte, ihres Zeichens Paartherapeutin, eine Krake, seines Zeichens Schlagzeug-Lehrer sowie ein alleinerziehender Seebär mit seinem Sohn. Alle drei leben gemeinsam in einer Wohngemeinschaft, so richtig modern, und bringen ihre ganz eigenen Marotten mit ins WG-Leben. So hat die Paartherapeutin beispielsweise ein sehr zerrüttetes Verhältnis zu ihren eigenen Kindern, während der Seebär seinen Sohn gerne bei seinen neuen Mitbewohner*innen in Obhut gibt und verreist. Hier werden vermeintliche Klischees und waschechte WG-Klassiker ins Reich der (Knet-)Tiere gespiegelt und in leicht verdauliche Vier-Minuten-Filmchen verpackt. Das geht also gut zwischendurch und hinterlässt ein wissendes Lächeln auf den Lippen. Denn mal ehrlich: Wenn wir eines mit dieser Wohngemeinschaft gemeinsam haben, dann sind es unsere zahlreichen Fehler und Marotten.

Mittwoch, 7. April 2021:
„Wer war zuletzt am Kühlschrank? Eine ungewöhnliche (Tier-)WG“, Kurzfilmreihe von Henning Thomas, Kathrin Albers und Daniel Nocke, Beginn jederzeit möglich, frei abrufbar in der Arte Mediathek [1]

(Foto: Pressefoto/Arte/Filmstill)

[2]
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