Jörg Smotlacha
17. Mai 2021

Nach dem Mauerfall

Perspektivwechsel: In einem Podcast dikutieren Massimo Perinelli und Lydia Lierke die Wiedervereinigung aus migrantischer und jüdischer Perspektive

Massimo Perinelli und Lydia Lierke

Stellen die offizielle Geschichtsschreibung infrage: Massimo Perinelli und Lydia Lierke

„Endlich wächst zusammen, was zusammengehört“, sagte Alt-Bundeskanzler Willy Brandt anlässlich des Mauerfalls am 9. November 1989 – und fast immer, wenn es um die deutsche Wiedervereinigung geht, wird dieses Zitat gerne erinnert. Doch wie veränderte sich das Leben wirklich für die Menschen? Wie für Geflüchtete, Gastarbeiter*innen oder Sinti und Roma? Die Ortsnamen Rostock-Lichtenhagen, Hoyerswerda, Solingen und Mölln stehen sinnbildlich dafür, dass die Erinnerung an das wiedervereinigte Deutschöand häufig auch ganz anderen Sichtweisen hervorbringen kann als diejenigen, die bei offiziellen Anlässen und Feierlichkeiten geäußerten.

Lydia Lierke wurde 1990 in Hoyerswerda geboren, ist Politikwissenschaftlerin, Mitglied der „Initiative 6. April“ in Kassel, unterstützt das Bündnis „NSU-Komplex auflösen“ und beschäftigt sich mit der Aufarbeitung deutsch-deutscher Erinnerungspolitik mit dem Schwerpunkt auf Migration. Massimo Perelli wiederum ist Historiker. Er lebt und arbeitet als Referent für Migration bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin und ist Mitglied von Kanak Attak. Außerdem hat er das Tribunal „NSU-Komplex auflösen“ mitinitiiert. Im Verbrecher Verlag erschien jüngst das Buch „Erinnern stören. Der Mauerfall aus migrantischer und jüdischer Perspektive“, welches die beiden gemeinsam herausgegeben haben. In ihm kommen Zeitzeug*innen sowie Personen aus Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft zu Wort, die die Ereignisse Anfang der 1990er-Jahre in ein völlig neues Licht tauchen. Für den Literarischen Salon dikutierte Ex-Mitarbeiterin Anna-Lena Oldehus mit Lydia Lierke und Massimo Perinelli. Das Ergebnis ist heute Abend ab 20 Uhr im Podcast zu hören.

Montag, 17. Mai 2021:
„Erinnern stören. Der Mauerfall aus migrantischer und jüdischer Perspektive“, Podcast mit Massimo Perinelli und Lydia Lierke, verfügbar auf dem Youtube-Kanal des Literarischen Salons Hannover, Beginn: 20 Uhr

(Foto: Pressefoto/Literarischer Salon/Madita Rabe)

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Kategorien: Medien, Politik, Tagestipps

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