Jörg Smotlacha
13. Juli 2021

Vom Reichtum der Literatur

Im Literaturhaus Hannover liest Jakob Nolte aus seinem neuen Roman „Kurzes Buch über Tobias“

Jakob Nolte

Mit viel Humor wider den Literaturbetrieb: Jakob Nolte

Sage und schreibe achtundvierzig Kapitel umfasst das „Kurze Buch über Tobias“, welches das Leben des Schriftstellers, Pfarrers und Fernseh-Predigers Tobias Becker beschreibt, der eigentlich ganz harmlos ist: Er spielt Tischtennis und meint, ein guter Mensch zu sein. Doch dann reist er nach Belgrad, entdeckt seine Homosexualität, verliebt sich in einen Namesvetter, zweifelt an Gott und denkt viel über Hass nach.

In „Kurzes Buch über Tobias“ geht es um nichts weniger als die Widerkehr des Messias, eine Abrechnung mit dem Literaturbetrieb und der Familie, um Glauben und Gewalt. In einer Szene überlebt Tobias gar einen Flugzeugabsturz und daraus könnte dann ein Buchvertrag werden, doch Tobias „büffelte gerade für die Einführung in die wissenschaftliche Exegese biblischer Texte und antwortete seiner Agentin innerhalb einer halben Stunde, dass er an der Lärmverschmutzung, die der Literaturbetrieb war, nicht weiter teilhaben wollte“.

Jakob Noltes neuer Roman handelt von der Einsamkeit, großer Unsicherheit, Spiritualität und dem Internet. Dabei schreibt der 33-Jährige Niedersachse gegen den Strich, denn „Kurzes Buch über Tobias“ ist natürlich weder biografisch noch autofiktional, aber ein großartiges Buch über den Reichtum der Literatur.

Dienstag, 13. Juli 2021:
„Kurzes Buch über Tobias“, Lesung von und mit Jakob Nolte, Literaturhaus Hannover, Sophienstraße 2, 30159 Hannover, Beginn: 17.30 Uhr und 19.30 Uhr, Eintritt: 12 Euro, ermäßigt: 6 Euro

(Foto: Pressefoto/Literaturhaus Hannover/Rachel Israela/SV)

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Kategorien: Literatur, Tagestipps

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