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Hilma

Das Kino im Künstlerhaus präsentiert in einer Film-Doku eine Pionierin der abstarkten Malerei: Hilma af Klint

Hilma Af Klint

Ihrer Zeit weit voraus: die schwedische Künstlerin Hilma af Klint

Hilma af Klint wurde 1862 geboren und war eine der wichtigsten Mitbegründerinnen der abstrakten Malerei. Lange bevor Wassily Kandinsky, Piet Mondrian, Victor Hogo oder Malewitsch soweit waren, darüber nachzudenken, den Farben und Formen ihre Bahn zu lassen, lies die schwedische Künstlerin, die spirituell veranlagt war, aber auch Einflüsse von Edvard Munch und Rudolf Steiner aufnahm, ihren Fähigkeiten freien Lauf – und gelangte so zur Abstraktion.

Auf der Suche nach einer geistigen Dimension in der Kunst, nahm sie ab 1886 regelmäßig an Zusammenkünften der Gruppe „De Fem“ („Die Fünf“) teil und beteiligte sich an Seancen, sie fungierte gar selbst als Medium. Die Gruppe dokumentierte ihre Erfahrungen in Notizbüchern und praktizierte lange vor den Surrealisten das automatische Zeichnen und Schreiben. 1906 malte af Klint das erste Bild, das der abstrakten Malerei zugeordnet werden kann. 1920 trat sie allerdings Rudolf Steiners Anthrosophischer Gemeinschaft bei und untersagte jegliche Ausstellung ihrer abstrakten Werke. Sie verfügte testamentarisch, dass diese Werke erst 20 Jahre nach ihrem Tod öffentlich gezeigt werden durften.

Beinahe einhundert Jahre später wurde Hilma af Klint neuentdeckt. Im deutschsprachigen Raum wurde sie dem interessierten Publikum erstmals 1995 mit der Ausstellung „Okkultismus und Avantgarde“ in Frankfurt vorgestellt. Es folgten das Moderna Museet in Stockholm, der Hamburger Bahnhof in Berlin, das Museo Picasso in Málaga sowie das Louisiana Museum of Modern Art in Humlebæk und die Biennale in Venedig. Viel zu lange unbekannt, begeistert die Künstlerin heute Kunstfreund*innen aus aller Welt mit ihrem schrankenlosen Denken und ihrem großen Oeuvre, welches die Geschichtsschreibung der Kunst auf den Kopf stellt. Das Kommuale Kino im Künstlerhaus würdigt Hilma af Klint derzeit mit dem Dokumentarfilm „Jenseits des Sichtbaren – Hilma af Klint“.

Montag, 2. August 2021:
„Jenseits des Sichtbaren – Hilma af Klint“, Dokumentarfilm von Halina Dyrschka,, D 2019, 93 min., OmU, Sommerkino im Innenhof, Kommunales Kino im Künstlerhaus, Sophienstraße 2, 30159 Hannover, Beginn: 16 Uhr, Eintritt: 6 Euro

(Foto: Filmplakat)

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