Heike Werner
19. Juni 2006

Von Liebesüberstunden oder dem Versuch, glücklich zu sein

Die Wohnraumhelden bestechen auf ihrer aktuellen CD „Die Rückkehr der Wohnraumhelden“ mit Sofa-Pop vom Feinsten

Die Wohnraumhelden in ihrer Heldenburg

Die Wohnraumhelden in ihrer Heldenburg

„Deine blauen Augen machen mich so sentimental“: Der Ohrwurm von Ideal ist so manchem ein Begriff – nicht unbedingt aber die Version, die die Wohnraumhelden aus diesem Hit gebastelt haben. C-Punkt Stein-Schneider, rothaariger Gitarrist von Fury in the Slaughterhouse, und B-Man Mayor, selbsternannter Vulkan der Romantik, rocken durch ihr ganz eigenes Universum und kreieren zeitlose musikalische Hinhörer. Gerade weil man unter Umständen ein zweites Mal hinhören muss, ist den Texten des sympathischen Duos alles andere als Oberflächlichkeit nachzusagen. Mit Selbstironie, Witz und einem lächelnden Augenzwinkern spielen die beiden einen Sofa-Pop vom Feinsten.

Dabei ist das ein oder andere von dem, was die überzeugten Hannoveraner auf ihrer aktuellen CD so von sich geben, nicht gerade ein Kompliment. In den Texten ihres aktuellen Albums geht die knallharte Wahrheit um. „Wenn ich Du wär“ zum Beispiel bewegt sich in Sachen Höflichkeit an der untersten Toleranzgrenze zwischenmenschlicher Beziehungen und haut mit Sätzen wie „Blödheit kann ich schon ertragen, aber Deine steht Dir doch mitten im Gesicht“ um sich. Derlei Frechheiten kann man den beiden Charmeuren natürlich nicht übel nehmen. Im Gegenteil, ein leichtes Schmunzeln stellt sich ein. Auch gewinnt der Wunsch „ich muss dringend mit Dir reden“ auf dem Weg zur Venus in „Rakete“ eine etwas andere Bedeutung, als man zunächst annehmen könnte.

Christof Stein-Schneider

C-Punkt Stein-Schneider: schöner als David Beckham

„Excuse me, tut mir leid, I’m tryin‘ to feel happy“

Die Wohnraumhelden nehmen ihre Zuhörer überall mit hin. Auf die Venus, ins Arbeiterviertel, in dem Liebe als Beruf(ung) gehandelt wird oder ins eigene Bad, um vor dem Spiegel stehend die eigene „metrosexuelle“ Selbstverliebtheit auszuleben. Hierbei darf der Vergleich mit Englands Fußballstar David Beckham natürlich nicht fehlen, obwohl der Kicker im direkten Vergleich mit den Wohnraumhelden – natürlich – vollständig ins Abseits gerät. Gegen die lange rote Mähne von C-Punkt Stein-Schneider kommt schließlich niemand an.

Fabian - B-Man Mayor

B-Man Mayor: Wein, nochmal Wein und Gesang

Als Stimme der Vernunft lamentiert Stein-Schneider in den tiefsten Tönen über alle wichtigen und unwichtigen Themen des Lebens und tritt zusammen mit B-Man Mayor den Beweis dafür an, dass die deutsche Sprache durchaus dazu taugen kann, Intelligenz mit Humor zu paaren. B-Man, ehemaliger Sänger der Band „No Sex Until Marriage“, überzeugt auch an der Gitarre – und nach eigener Aussage sogar „das Arbeitsamt“. Vielleicht schafft er das durch seine unverwechselbare Offenheit: „Woher soll ich wissen, was ich denke, bevor ich höre, was ich sage“.

Wer hören möchte, was die Herren B-Man und C-Punkt denken, der ist an der langenleine genau richtig. Und zwar am 23. Juni, denn dann werden die Helden des Wohnraums zu Helden Hannovers und tauschen ihr Sofa gegen die Bühne der Faust-Warenannahme. Die Göttin der Musik sei mit ihnen!

Nicht verpassen:

Hannover-Kultur-Spezial von langeleine.de: Am 23. Juni sorgen die Wohnraumhelden mit ihrem charmanten Sofa-Pop für das große Finale der langeleine-Release-Party.

(Fotos: Pressefotos)

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Kategorien: Musik

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