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Safe Space in der Musikbranche

Das hannoversche Projekt „Women* in music“ bringt FLINTA*-Personen zusammen, die mit Musik zu tun haben. Es schafft Raum für Austausch und gegenseitige Unterstützung

Standen bei der Konferenz im September auf der Bühne: Britta Harmes, Isabell Hauptvogel, Jelena Dobric, Ronja Maltzahn, Vanessa Josef und Viktoria Kumme

Eine kleine Bühne draußen am Musikzentrum Hannover – sie ist vollgestellt mit unterschiedlichen Instrumenten. Zu sehen sind Gitarre, Klavier, Tuba, Schlagzeug, Cello und zahlreiche Mikrofone. Der Soundcheck ist durch, die meisten Leute sind gerade am Essen. Etwa 30 FLINTA*-Personen blicken auf einen erfolgreichen, kreativen Tag zurück – die „Women* in music“-Konferenz. Nach und nach trudeln auch ein paar männliche Personen ein, denn das Konzert am Abend ist offen für alle. Spielen werden Musikerinnen, die aus unterschiedlichen Genres kommen und nun gemeinsam auftreten. Bevor es losgeht, ergreift Tinatin Tsereteli, eine der Veranstalterinnen, das Wort und stellt die Musikerinnen vor: „Sechs sehr verschiedene, ganz besondere Künstlerinnen-Persönlichkeiten, die ein einzigartiges Programm auf die Beine gestellt haben“.

„Women* in music“ ist ein Netzwerk für FLINTA* rund um die Musikbranche. Es setzt sich das Ziel, FLINTA* auf, hinter und vor der Bühne zusammenzubringen. Gegenseitige Unterstützung und Vernetzung sind dabei zentrale Punkte, aber auch für die Öffentlichkeit will das Netzwerk präsenter werden und vor allem die Musikerinnen bekannter machen. Auf ihrer Instagram-Seite [1] stellen „Women* in music“ daher regelmäßig neue Musikerinnen aus der Region vor. Das hannoversche Team bildet eines der lokalen Netzwerke der bundesweiten Initiative “Music Women* Germany“ [2].

Es gibt zwei Arten von Terminen: MeetUp und Konferenz. Immer am 6. eines Monats findet ein MeetUp statt, bei dem eine Speakerin eingeladen wird und zu einem feministischen Musik-Thema referiert. Beispielsweise berichtete Marlen Apel Anfang September über Frauenbilder in der Popmusik und behandelte die Frage, ob Beyoncé als Feministin bezeichnet werden kann.

Referentin und Thema für das nächste MeetUp stehen laut Instagram noch nicht fest, jedoch wird gerade die nächste Konferenz für den 15. Oktober geplant und medial beworben. Die Konferenzen finden mehrmals jährlich ganztägig statt. Zwischen 13 und 20 Uhr lädt das Netzwerk dann ausschließlich FLINTA*-Personen in das Musikzentrum ein, um allen einen Safe Space zu bieten. Das Programm besteht aus einer Mischung aus Redebeiträgen, Zeit zum gegenseitigen Kennenlernen sowie einigen Workshops. Im September gehörten dazu beispielsweise ein Gesangs-Workshop, Producing, Feminismus und ein Schlagfertigkeits-Training. Zum Abschluss gibt es ein Konzert, bei dem ausschließlich Musikerinnen auf der Bühne stehen. Männer dürfen sich dann dazugesellen, zusehen und applaudieren. Konferenzen, MeetUps und Konzerte sind jeweils kostenlos. Gefördert werden sie durch die Bundesförderung „Neustart Kultur“, vom Kulturbüro „UNESCO City of Music Hannover“ sowie durch das Büro für Gleichstellung der Stadt Hannover.

(Foto: Federico Marina)

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