Susanne Viktoria Haupt
21. Februar 2011

Willkommen in der Verdammnis!

Seitenansicht: „Hemmersmoor“ von Stefan Kiesbye

Stefan Kiesbye: “Hemmersmoor”, Buchcover

Stefan Kiesbye: „Hemmersmoor“, Roman, 207 Seiten, Tropen bei Klett Cotta, ISBN-13: 978-3608502084, 17,95 Euro

Früher war eben nicht alles besser, auch wenn man es sich noch so oft einredet. Das gilt ganz besonders für den kleine Ort Hemmersmoor, der unweit von Bremen im norddeutschen Teufelsmoor liegt. Hier scheint Mephisto Dauertourist zu sein. Als Christian und seine Freunde nach vielen Jahren der Abwesenheit wieder vereint im schaurig-schönen Dörfchen ihrer Jugend zusammentreffen, werden sie von ihrer Vergangenheit eingeholt. Denn in Hemmersmoor wurden aus irrsinnigem Aberglauben ganze Familien ausgelöscht, und ein Junge tötete gar seine Schwester, um ihre Seele an Satan zu verkaufen. Die Dorfbewohner versuchen die Vergangenheit gekonnt zu vertuschen, doch immer wieder kommen neue grauenerregende Tatsachen ans Licht, Abgründe tun sich auf…

Der 1966 in Eckernförde geborene Stefan Kiesbye hat mit „Hemmersmoor“ einen furchteinflößenden Roman über ein verwunschenes kleines Dorf geschrieben, das in seiner Unscheinbarkeit eigentlich nur die Vorhölle sein kann. Kiesbye brillierte bereits 2010 mit seinem Erstlingswerk „Nebenan ein Mädchen“ und hat nun mit „Hemmersmoor“ erneut einen sprachlich dichten Psychothriller geschrieben, der in der norddeutschen Provinz spielt. Mittlerweile lebt der Autor in Los Angeles und unterrichtet Kreatives Schreiben.

„Seitenansicht – die Kritik zum Einstecken“ erscheint in Kooperation mit der Buchhandlung Decius, wo sie als Postkarte erhältlich ist.

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Kategorien: Literatur

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