- langeleine.de – Das Online-Journal für Hannover -

Darauf einen Espresso!

Von Jörg Smotlacha / Samstag, 9. April 2011

Ein bunter Reigen Kulturgeschichte: Die Sonderausstellung “Die heißen 3. Kaffee, Tee und Kakao in Norddeutschland” im Historischen Museum

Tasse Kaffee

Jeden Tag ein Kaffee und der Tag ist Dein Freund…

Milchkaffee, Espresso, Capuccino, Latte Machiato, Mokka, Eiskaffee, Kleiner Brauner, Café con tiempo, Irish Coffee, Türkischer Kaffee – die Liste der Kaffeespezialitäten ist lang. Und die kleine braune Bohne ist aus unserem Alltag inzwischen ebensowenig wegzudenken wie ihre Geschwister, die Kakaobohne und die Teepflanze. Dass das nicht immer so war und dass alle drei Genussmittel einst in Mitteleuropa unbekannterweise eingeführt wurden und sich erst im Laufe der Jahrhunderte vom teuren Luxusgut zur weitverbreiteten Konsumware entwickelt haben, davon erzählt die aktuelle Sonderausstellung “Die heißen 3″ im Historischen Museum, die sich detailliert mit der Verbreitung von “Kaffee, Tee und Kakao in Norddeutschland” auseinandersetzt.

Eine Zeitreise macht deutlich, welche Entwicklung die drei exotischen Güter in den letzten drei Jahrhunderten genommen haben. Im Mittelpunkt steht insbesondere die Kulturgeschichte des Kaffees, der um 1700 erstmals von wohlhabenden Norddeutschen konsumiert wurde, die das unbekannte Getränk für seine anregende, ungewohnte Wirkung schätzten. Wie der Tee aus China und der Kakao, der aus Amerika stammte, wurde auch der Kaffee, der arabischer Herkunft ist, aus Übersee eingeführt und war für das einfache Volk zunächst unerschwinglich. Neue Sitten, die größere Verbreitung und spezielle Zubereitungsmethoden machten die “heißen 3″ aber mehr und mehr zu einem alltäglichen Begleiter der Menschen, die im Norden Deutschlands durch die Nähe zu den großen Hafenstädten Hamburg und Bremen mit Kolonialwaren spätestens gegen Ende des 19. Jahrhunderts bestens versorgt wurden.

Die Ausstellung zeigt, wie in Zeiten wirtschaftlicher Not auf Ersatzprodukte zurückgegegriffen wurde, wie Kakao sich zur populären Süßigkeit entwickelte und wie die Verbreitung der drei Heißgetränke auch die Bedeutung des Porzellans beförderte. Zu sehen sind aber auch Aspekte der hannoverschen Wirtschafts- und Kulturgeschichte: So entwickelten sich Kaffeeröstbetriebe wie Grote, Eichhorn und Machwitz aus Kolonialwarenläden des frühen 19. Jahrhunderts und hatten neben den vielen kleinen Röstereien ihren Anteil daran, dass Kaffee für die breite Bevölkerung erschwinglich wurde. Und die Schokoladenfabrik Sprengel fertigte ihre beliebten Tafelschokoladen und Pralinen mit modernster Produktionstechnik, was der Beliebtheit der Schokolade enorm zuträglich war. Kaffeehäuser und Gartencafés waren und sind ein zentraler Bestandteil unserer Freizeitkultur und prägen das Stadtbild. Wer mehr wissen möchte, kann im Historischen Museum zurzeit einen bunten Reigen kulturgeschichtlicher Anekdoten studieren. Und natürlich im Museumskaffee einen Espresso bestellen.

Samstag, 9. April 2011:
“Die heißen 3. Kaffee, Tee und Kakao in Norddeutschland”, Sonderausstellung, Historisches Museum, Pferdestraße 6, 30159 Hannover, Eintritt: 5 Euro, ermäßigt: 4 Euro

  • Die Ausstellung läuft noch bis zum 8. Mai 2011
  • Öffnungszeiten:
    Di 10-19 Uhr, Mi bis Fr 10-17 Uhr, Sa und So 10-18 Uhr
    Mo geschlossen, Eintritt freitags frei
  • öffentliche Führung sonntags 15 Uhr

(Foto: Wikipedia)

[1]
Wenn Dir dieser Text gefällt, teile den Artikel auf Facebook,
hinterlasse einen Kommentar oder abonniere unseren RSS-Feed [2]!

Dieser Artikel erschien auf langeleine.de – Das Online-Journal für Hannover: http://www.langeleine.de

URL des Artikels: http://www.langeleine.de/?p=8255

URLs in this post:

[1] : http://twitter.com/share

[2] RSS-Feed: http://www.langeleine.de/?feed=rss2