langeleine.de
16. Mai 2011

Rauchende Colts, feinsinnige Texte und todesmutige Waschbär-Stuntmänner

Rodeo bis die Leine bebt! Der Kulturkiosk reitet zu seinem 5-jährigen Jubiläum mit gut besattelten Gästen und einem großen Best Of in den Sonnenuntergang

Kramer & Houston

Zupfen die Instrumente schneller als ihr Schatten: Kramer & Houston aus Godshorn, Texas

Yeehaw! Fünf Jahre Kulturkiosk! Das sind fünf Jahre voller charmanter kultureller Saloon-Schunkeleien, heimeliger Lagerfeuer-Romantik bei besten Western-Geschichten und Breitwand-Ausstellungen, die das Panorama des Grand Canyon gesprenget haben! Zeit also für das Unglaubliche. Zeit für ein astreines Best Of mit rauchenden Colts, jubilierenden Revolverschüssen und dampfenden Friedenspfeifen. Zeit für eine lange, wilde Nacht der Kultur mit Country, Lied-Akrobatik am Rande der Epilerbsie, waghalsigen Trapper-Geschichten und der erstaunlichsten Trash-Zauber-Show nördlich des Mississippi. Hoch die Stetsons!

Herr Lerbs

Bereiten sich wie immer professionell auf den Kulturkiosk vor: Herr Lerbs

Auf den staubig-knarzigen Bühnen-Dielen der Warenannahme begrüßen die Moderatoren Doc Henry Chadde und Marshall Joe Smotlacha die Country, Western & Gasoline-Trasher Kramer & Houston from Godshorn, Texas, die leidenschaftlich freudentrunkenen Saloon-Akustik-Punker Herr Lerbs und den unglaublichen Freestyle-Magier Kotelett Schabowski aus Ost-Osthekistan (Bundesstaat Wyoming). Den literarischen Teil des Abends übernimmt der ABC-Fährtenleser und -leger Peter Märtens aus Hanover, Virginia.

Peter Märtens und Kotelett Schabowski

Haben ihre Finger überall und verblüffen mit unerschrockenem Wortwitz: Peter Märtens und Kotelett Schabowski

Für die künstlerische Umrahmung dieser geschmackvollen Saal-Stampede am Rande der Vorstellungskraft sorgen ausgewählte Großbild-Lichtprojektionen mit fantastischen Bildern aus der Kultur- und Pioniergeschichte des Kulturkioskes, der langenleine und ihren mutigen, unerschrockenen Betreibern und Machern. Darauf einen doppelten Whiskey!

Kioskgäste:

Kramer & Houston
Country, Western & Gasoline from Godshorn, Texas

Well, well, well, das ist schon seltsam, aber nobody really knows, wie alles begann… Nach einer der bekanntesten Legenden vielleicht ungefähr so: Es war einmal eine sonderbare Band namens Kamerun News, die mit ihrem very speziellen Ska-Rubberdub-Juggling-Style die Herzen aller Hannoveraner brach. Wann immer jemand ein Fest, eine Party oder eine Hochzeit ausrichtete, tauchten die bis zu neun Mitglieder von Kamerun News auf, spielten ein paar Lieder und hatten eine gute Zeit. Manchmal verschwanden Haustiere und Töchter auf mysteriöse Art und Weise, und Möbel veränderten ihr Aussehen. Kurz: Things became extraordinary special. Alles in allem reden wir über ausgesprochene Party-Experten, die jede langweilige Nacht retteten. Und man kann sagen, Kramer & Houston sind so etwas wie die Essenz dieses verrückten Ska-Zirkuses. Of course, ihr Sound orientiert sich weniger am Offbeat des Reggae als vielmehr am Stompin’ Onbeat der Country- und Western-Musik. Aber die Kerle bleiben die selben – ihre Show ist feinstes Entertainment und ihre Haltung purer Rock’n‘Roll. Also kommt zum Kulturkiosk, lasst alle zerbrechlichen Dinge zu Hause und parkt Eure nagelneuen Autos lieber in der Garage. Let’s get down with this hanky panky groove!

weiterlesen:
“Good Glory Hallelujah!”
Kramer & Houston im Interview

Kramer & Houston im Netz:
www.myspace.com/kramerhouston

Herr Lerbs
Feinsinnige Lied-Akrobatik am Rande der Epilerbsie

Das ist sozusagen ganz alter Adel: Herr Lerbs bilden das jüngste Glied einer unglaublichen Musiker-Dynastie. Anfangs im Punk verwurzelt, hat sich das Trio mittlerweile internationalen Ruhm in der Singer/Songwriter-Szene erspielt. Die feinsinnigen Texte über Alkohol, Drogen und Geschlechtsverkehr werden begleitet von einer abwechslungsreichen Klangwelt aus traditionellen akustischen Instrumenten. Während Sänger Lerbs als Alleinunterhalter im großen Stile Punk-Events aufrieb und dadurch ein Höchstmaß an Popularität gewann, arbeiteten seine Brüder Mathi und Martin an einem einzigartigen musikalischen Stil. Aufgewachsen in einem Vorort von Hannover mit dörflichem Charakter experimentierten sie mit Tieren als Musikinstrumenten. Mathi als Perkussionist probierte sich durch Bauer Kocks Viehstall, während Martin unterschiedliche Blastechniken an Amphibien testete. Zum Glück gelang es Lerbs, diesem Unsinn Einhalt zu gebieten und das kreative Potenzial seiner Brüder auf die Kapelle Herr Lerbs zu konzentrieren. So gelang es den Musikern erst kürzlich, das Album „Epilerbsie“ zu veröffentlichen, das schon kurz nach dem Verkaufsstart von allen großen Musikmagazinen in den Rang eines wahren Titanen-Albums gehoben wurde.

weiterlesen:
“Wir üben oft vor dem Supermarkt an unserer Performance”
Herr Lerbs im Interview

Herr Lerbs im Netz:
www.myspace.com/herrlerbs

Peter Märtens
Literarische Fährtenlegerei zwischen Alltagswahnsinn und Drogenberatung

Peter Märtens ist in der Literaturszene Hannovers längst kein Unbekannter mehr. Als Gründungsmitglied der Lindener Lesebühne Nachtbarden hat er bis Anfang des Jahres beinahe monatlich seine skurril-pointierten Alltagsbeobachtungen unter dem Beifall des Publikums präsentiert. Zudem ist er stetig in verschiedenen Lesezusammenhängen von Poetry Slam über Synchron-Lesung bis Gast-Autor in Sachen Wort unterwegs. Für Märtens genau der “richtige Ausgleich zu meiner Arbeit als Drogenberater”. Im Job erzählt er Schülern, Lehrern, Eltern und allen, die es wissen wollen, wie man eigenverantwortlich und genussvoll Drogen nehmen kann. Aber weil dieser Erfahrungsaustausch allein nicht reicht, greift Märtens in seiner Freizeit zur Feder, um zusätzlich literarische Aufklärung zu betreiben. Und die kommt bei ihm stets humorvoll entspannt und dabei doch nachhaltig subtil um die Ecke, mit einem großen Herzen für die Protagonisten seiner Stories. Nicht zuletzt präsentiert von der vermutlich unverwechselbarsten Live-Stimme Hannovers.

weiterlesen:
“Wie ich meine Themen finde? Ganz gut!”
Peter Märtens im Interview

Kotelett Schabowski
Unglaubliche Freestyle-Magie jenseits der Vorstellungsgrenzen

Der gebürtige Ost-Osteke Kotelett Schabowski verdingte sich einige Jahre als Kettenkarusselbremser, Eisenfresser und lebendiges Bierfass, bevor er seine Fähigkeiten als Sensationsdarsteller ausbaute und bei einem nordrheinwestfälischen Knochenketten-Schamanen gegen Gebühr die hohe Kunst der Taschenspielerei erlernte. Auf der Bühne kombiniert der charmant Unverschämte Verblüffendes mit Absurdem, zaubert und zauselt sich radebrechend durch mentale Wunder mit hypnotisierten Zuschauern und/oder Tieren, präsentiert In- und Exorzismen, den Schädel des Grauens oder Joubini, den Schwamm des ewigen Lebens. Wobei letzterer allerdings ebenso inkontinent zu sein scheint wie Schabowskis Lieblingsopfer, der legendäre Waschbär-Stuntman Elvis Knievel. Abgerundet wird das Spektakulum der lebenden Schoten mit einer großen Portion Ektoplasma, die dem Herrn Magister im Finale Grande aus einer seiner zahlreichen Körperöffnungen quillt. Kurz: Gegen Kotelett Schabowski nehmen sich Siegfried & Roy aus wie zwei zahnlose Floh-Dompteure.

weiterlesen:
“Spannung, Dramatik, Heldentum!”
Kotelett Schabowski im Interview

Kult-Fotos
Lichtbild-Projektionen aus der Kulturkiosk-Geschichte

Fünf Jahre Kulturkiosk, 13 Veranstaltungen, 65 Acts, sechs Fotografen und jede Menge Bilder. Zeit für eine fotografische Rückschau mit fantastischen Fotos und Momentaufnahmen aus der Kultur- und Pioniergeschichte des Kulturkioskes, der langenleine und ihren Machern, Menschen und Gesichtern. Von Anfang an bis genau heute.

weiterlesen:
“Geschlafen wird nicht!”
Henning Chadde und Jörg Smotlacha im Interview

    Feiern bis die Leine bebt!

  • langeleine.de präsentiert
    DER KULTURKIOSK
  • Freitag, 24. Juni 2011
  • Einlass: 19 Uhr, Beginn: 20 Uhr
  • Faust-Warenannahme
  • Zur Bettfedernfabrik 3
  • 30451 Hannover
  • Eintritt: 8 Euro, VVK: 6 Euro

Download Flyer:


Der Kulturkiosk, 24. Juni 2011
(pdf, 476 kb)

(Fotos: Pressefotos)

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Kategorien: Bühne, Kunst, Literatur, Lokalitäten, Musik

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