Susanne Viktoria Haupt
4. Juli 2011

208 Seiten neben der Spur

Seitenansicht: „Acht Wochen verrückt“ von Eva Lohmann

“Acht Wochen verrückt”, Buchcover

Eva Lohmann: „Acht Wochen verrückt“, Roman, 208 Seiten, Piper Verlag, ISBN-13: 978-3492054393, 16,95 Euro

Mila ist müde von ihrem Leben. Und irgendwie auch unglücklich, obwohl sie gerade erst befördert worden ist und den scheinbar passenden Mann an ihrer Seite hat. Eines Tages liegt sie nur noch auf dem Sofa und kann sich zu nichts mehr aufraffen. An einem Donnerstag kommt sie in eine psychosomatische Klinik. Endlich Verantwortung abgeben, endlich Menschen zum Reden haben, endlich einfach nur mal klein und krank sein. Und krank sein lässt es sich gut zwischen all den anderen Patienten mit multiplen Persönlichkeiten und Essstörungen jeder Art. Aber wird man hier auch wieder gesund? Und warum ist Mila in ihrem gut organisierten Leben so traurig? Es beginnt ein Weg von der dunkelsten Ecke zurück ans Licht, allerdings nicht ohne Stolpersteine…

Eva Lohmann präsentiert mit „Acht Wochen verrückt“ einen autobiographischen Roman, der zwar sanft geschrieben ist, aber an einigen Stellen etwas unrealistisch wirkt. Milas Achterbahnfahrt durch den Klinik-Alltag liest sich wie ein Recherche-Rundumschlag ohne wirkliches Verständnis für psychische Krankheiten. Für Klinikgeprägte oder Patienten, denen ähnliches bevorsteht, ein schlechter Begleiter. Für diejenigen, die gerne locker und ohne Folgeschäden passiv einen Weg durch die Therapie erleben wollen, ein guter Roman.

„Seitenansicht – die Kritik zum Einstecken“ erscheint in Kooperation mit der Buchhandlung Decius, wo sie als Postkarte erhältlich ist.

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Kategorien: Literatur

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