Susanne Viktoria Haupt
1. August 2011

Späte Erkenntnis

Seitenansicht: „Im Schatten des Vaters“ von David Vann

“Im Schatten des Vaters”, Buchcover

David Vann: „Im Schatten des Vaters“, Roman, 184 Seiten, Suhrkamp Verlag, ISBN-13: 978-3518422298, 17,90 Euro

Irgendwo in Alaska, jenseits jeglicher Zivilisation, liegt eine kleine Insel, die nur mit dem Boot oder per Wasserflugzeug zu erreichen ist. In diese unwirtliche Gegend hat es Jim mit seinem 13-jährigen Sohn Roy verschlagen. Zwischen Wildnis, Eis und Bären versucht der Vater, seinen zerbrochenen Ehen, dem lustlosen Dasein als Zahnarzt und der Steuerfahndung zu entkommen. Doch nicht nur seinem bisherigen Leben ist Jim nicht gewachsen, auch das Leben in der freien Natur bereitet Schwierigkeiten. Und so ungemütlich sich die Umgebung präsentiert, so kompliziert gestaltet sich das Verhältnis zwischen Vater und Sohn. Während Jim seinen Sohn kaum kennt, stellt Roy bald fest, dass sein Vater nicht wirklich an ihm interessiert ist und vor Selbstmitleid zerfließt…

David Vann, der an der University of San Francisco kreatives Schreiben unterrichtet, gehört zu den besten amerikanischen Autoren der Gegenwart und hat mit seinem Roman „Im Schatten des Vaters“ den California Book Award, den Prix des Lecteurs de L’Express und den Prix Médicis étranger gewonnen. Mit unglaublicher Sensibilität zeichnet er die poetisch-tragische Geschichte eines Vaters, der zu lange braucht, um seine Fehler einzugestehen, und eines Sohnes, der daran zerbricht.

„Seitenansicht – die Kritik zum Einstecken“ erscheint in Kooperation mit der Buchhandlung Decius, wo sie als Postkarte erhältlich ist.

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Kategorien: Literatur

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