Susanne Viktoria Haupt
15. August 2011

Jesus Hendrix Superstar

Seitenansicht: „Gott bewahre“ von John Niven

“Gott bewahre”, Buchcover

John Niven: „Gott bewahre“, Roman, 400 Seiten, Heyne Verlag, ISBN-13: 978-3453675971, 19,99 Euro

Gott war nur mal kurz angeln, für den fischbegeisterten Boss vom Garten Eden eigentlich nichts Ungewöhnliches. Allerdings dauerte sein Ausflug eine ganze Himmelswoche, was auf der Erde einem Zeitraum von 450 Jahren entspricht. Nach seiner Rückkehr trifft er nicht nur auf ein völlig desolates Engels-Regime, sondern muss auch noch mit ansehen, wie sich auf der von ihm erschaffenen Welt Hunger, Umweltkatastrophen, Krieg und moralischer Verfall breitgemacht haben. Ihm bleibt nichts anderes übrig, als seinen Sohn Jesus erneut auf die Erde zu schicken, um die Menschen wieder zu den zehn Geboten zu bekehren. Doch Jesus, der gerade noch mit Jimi Hendrix im Himmel Gitarre gespielt hat, nimmt die Sache nicht ernst, versucht sich als kiffende Rock’n’Roll-Ikone und scharrt statt bekehrbarer Jünger lauter Drogenabhängige und Obdachlose um sich. Der letzte Versuch, seine Mission noch zu retten, ist die Teilnahme an einer die Massen erreichenden Casting-Show…

Der schottische Schritsteller John Niven ist seit „Kill your friends“ und „Coma“ berüchtigt für einen schonungslosen und makaber-humorvollen Umgang mit Tabu-Themen. Sein neuer Roman „Gott bewahre“ lässt bei den Lesern kein Auge trocken und entführt sie in eine Welt, in der man sich über so ziemlich alles gekonnt lustig machen kann.

„Seitenansicht – die Kritik zum Einstecken“ erscheint in Kooperation mit der Buchhandlung Decius, wo sie als Postkarte erhältlich ist.

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Kategorien: Literatur

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