Henning Chadde
18. September 2011

„Disco im Kopf und Chill-Out im Herzen“

„Jan Off turns me on!“: Am 23. September ist der Poetry-Slam-Champion Sulaiman Masomi beim Kulturkiosk von langeleine.de zu Gast

Sulaiman Masomi

„Die Ideen sind immer da“: Sulaiman Masomi lässt sich für seine Texte überall inspirieren

langeleine.de: Sulaiman, Du gehst als Poetry Slammer mit Deinen Texten unermüdlich in der ganzen Republik an den Start und bist dabei überaus erfolgreich. Neben der Live-Literatur bist Du aktuell auch als Stipendiat der Werkproben NRW unterwegs. Wie kam es dazu und was haben wir uns darunter vorzustellen?

Sulaiman Masomi: Das Stipendium ist eine sehr schöne Sache. Ich bekomme für Lesungen innnerhalb von Nordrhein-Westfalen einen Zuschuss vom Land, von dem ich sehr gut leben kann. Nachdem ich mein Studium beendet hatte, hab ich mich einfach mit einer Auswahl meiner Texte beworben und wurde glücklicherweise ausgewählt. So einfach kann das manchmal sein.

ll: Spornt Dich diese Art der Literaturförderung zu neuen schriftstellerischen Formaten und Ideen an? Gibt es gar bald einen Roman oder einen schmucken Lyrik-Band von Dir zu lesen?

Masomi: Die Förderung erleichtert mir das Schreiben, weil sie mich finanziell ein wenig stützt, aber das generiert keine neuen Ideen oder Formate. Sie ermöglicht mir aber natürlich auch das Schreiben und es sind bei mir einige Projekte in Planung. Als nächstes werde ich meine Magisterarbeit zum Thema Poetry Slam veröffentlichen, dann stell ich meinen ersten Kurzgeschichten-Band zusammen und danach fang ich mit meinem ersten Roman an. Es wird also einiges passieren in nächster Zeit.

ll: Wo und wie findest Du Deine Themen?

Masomi: Viele Themen haben natürlich mit mir selbst zu tun. Ob es Texte mit Migrationshintergrund sind oder ganz banale Alltagsgeschichten. Es sind Geschichten, die mir hätten passieren können. Mir ist es aber auch wichtig, einfach Geschichten zu erzählen, die jeder erleben könnte und die nicht davon abhängig sind, ob ich zum Beispiel einen Migrationshintergrund habe. Die Ideen für die Texte liegen überall rum, mal ist es ein banaler Satz in einem Gespräch und mal ein phänomenaler Sonnenuntergang… Die Ideen sind immer da – nur die Bereitschaft, sie auch zu sehen, muss man irgendwie erreichen. Wie das geht, wüsste ich aber auch selber gerne.

Sulaiman Masomi

Stellt gerade seinen ersten Kurzgeschichten-Band zusammen: Sulaiman Masomi in Aktion

ll: Beim Kulturkiosk triffst Du mit Jan Off auf einen Vertreter des ganz alten Slam-Adels – Off war ja 2001 Deutscher Slam Poetry-Meister. Mittlerweile hat er der Wettkampfdichtung komplett den Rücken gekehrt und arbeitet an einer „seriösen“ Schriftsteller-Karriere. Was rufst Du als Vetreter der Slam-Generation 2.0 der altgedienten Generation der Live-Versschmiederei zu?

Masomi: „Jan Off turns me on“, würde ich rufen. Ich bin erst seit 2004 in der bunten Slam-Welt dabei und hatte leider nie das Vergnügen, Jan Off live zu sehen. Dies hol ich nun beim Kulturkiosk glücklicherweise nach. Den ganze Hype, der um Poetry Slam herum entstanden ist, haben wir auch ihm zu verdanken. Ich kann mich selbst noch daran erinnern, in Kneipen vor zehn Leuten gelesen zu haben und dies war in den Anfangszeiten von Slam sehr oft der Fall. Wenn so Autoren wie Jan Off trotzdem von Slam zu Slam tingelten und immer mehr Menschen für diese Form der Live-Literatur begeistern konnten, dann ist das von meiner Seite aus, da ich praktisch auch die Früchte seiner Arbeit ernte, Jan Off nicht hoch genug anzurechnen.

ll: Schnell gefragt, schnell geantwortet: Literatur bedeutet für Dich…

Masomi: Disco im Kopf und Chill-Out im Herzen.

ll: Last but not least: Auf Hannovers Bühnen warst Du schon oft zu Gast. Unter anderem hast Du im November des letzten Jahres den „Macht Worte!“-Poetry Slam in der Niedersächsischen Staatsoper gewonnen. Was darf die Zuhörerschaft beim Kulturkiosk von Dir erwarten?

Masomi: Ich hoffe, Disco im Kopf und danach Chill-Out im Herzen!

Nicht verpassen:

Sulaiman Masomi ist am Freitag, dem 23. September, beim Kulturkiosk von langeleine.de zu Gast und liest eine Auswahl seiner besten Kurzgeschichten.

(Fotos: Pressefotos)

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Kategorien: Literatur, Menschen

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