Susanne Haupt und Jörg Smotlacha
20. September 2011

„Warum einseitig, wenn wir auch sechssaitig können?“

Sie treten so unkoordiniert auf wie Angela Merkel, sind dabei aber so mutig wie Superhelden. langeleine.de begrüßt am kommenden Freitag das chaotische Songwriter-Duo 11is auf der Bühne des Kulturkioskes. Ein Interview

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Egal, ob Oli und Fritz oder doch Bruno und Sven: Diese beiden Männer hören auf den Namen 11is

langeleine.de: Fritz und Oli, wenn man Euch zusammen sieht, könnte man meinen, Ihr seid als 11is groß geworden, doch es gab natürlich auch ein Leben davor. Wie kam es zur Gründung des Duos?

11is: Vor 11is war unser Leben recht einseitig. Fritz war immer schon etwas schlauer als der Rest, und so stellte er die Alles-Oder-Nichts-Frage, ohne doppelten Boden und Joker. Warum einseitig, wenn wir auch sechssaitig können? Ich verstand den Wortwitz nicht und schmiss ihn aus der Wohnung. Dann kam König Zufall ins Spiel.

ll: Warum habt Ihr Euch als Folk-Duo ausgerechnet einen Namen gegeben, der an den King of Rock’n’Roll erinnert und wie viele Kisten Bier waren dabei im Spiel?

11is: Eine unverschämte Suggestiv-Frage, liebes Journal! Da wir in der Öffentlichkeit stehen, haben wir einen Vorbild-Charakter. Das ist schlimm, fast so schlimm wie ein Lehr-Auftrag. Fritz und ich sagen ganz klar: Don’t drink and think! Wir denken da auch an Eure kleinen Leser! Aber zur Wahl des Namens: Fritz wollte was mit Michael Jackson, doch zum Glück habe ich mich durchgesetzt!

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Sind sich ihres Vorbild-Charakters immer bewusst: die beiden Vollblut-Musiker Fritz und Oli auf ihrem Pressefoto

ll: Bei Euren Auftritten habt Ihr sichtlich viel Spaß und macht Euch gerne über Euch selbst lustig. Wie ernst ist Euch die Musik?

11is: Da ist, glaube ich, ein falscher Eindruck entstanden! Es gab diesen albernen Abend in der Küche. Wir machten Fotos mit Tulpen im Mund. Trugen Unterwäsche auf dem Kopf. Schrecklich. Wir waren besoffen und haben gedacht, das ist lustich. Nochmal: Don’t drink and… Aber wir nehmen die Musik zumindest so ernst, dass wir uns nicht verspielen wollen!

ll: 11is kann man hauptsächlich live und oft auch bei Spontan-Gigs erleben. Doch was sind Eure Pläne für die Zukunft? Ist auch mal eine CD geplant und wo würdet Ihr gerne mal auftreten?

11is: Ich bin mir nicht sicher, ob die Menschheit noch mehr CDs braucht. Das ist wie mit Kindern. Will ich als Urheber noch eine CD in diese Musikwelt setzen? Die Frage sollte sich jeder junge Musiker stellen. In Sachen Auftritt: Kulturkiosk in der Faust ist ein Traum!

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Mit Hut und Gitarre: 11is beim Fährmannsfest 2009

ll: Eure Musik lebt ganz sicherlich auch von der Interaktion mit dem Publikum. Was war für Euch bisher das lustigste Live-Erlebnis?

11is: Da gibt es zwei: Wir spielten ein Soli-Konzert für das Pfannkuchenhaus. Die Außenterrasse sollte abgerissen werden. Wir hatten wirklich null Zuschauer! Auf der gegenüber liegenden Straßenseite machten alle die Fenster zu. Das zweite lustigste Live-Erlebnis war auf einer Wahlveranstaltung einer Partei, die ich nicht näher benennen möchte. Wir warten heute noch auf die Gage. Und jetz frag bitte nicht nach den schlimmsten Live-Erlebnissen!

ll: Was macht Ihr zwei eigentlich, wenn Ihr nicht als 11is unterwegs seid?

11is: Fritz heißt im bürgerlich Leben Sven Rödspetter und arbeitet als Pneumatiker bei VW. Ich heisse in der Realität Bruno Beinhaltet und leite einen Motorradclub.

ll: Worauf sollte sich unser Publikum beim Kulturkiosk gefasst machen?

11is: Wir haben jetzt ein Jahr Pause hinter uns und haben die lange Zeit genutzt, einen neuen Song fast fertig zu schreiben. Das sollte aber bis Freitag werden.

Nicht verpassen:

11is sind am Freitag, dem 23. September, beim Kulturkiosk von langeleine.de zu Gast und präsentieren mit viel Glück ihren neuen Song.

(Fotos: Pressefotos)

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Kategorien: Menschen, Musik

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