Heike Werner
8. Juli 2006

Hannover geht baden

Samstag, 15. Juli: Die Leine wird offizielles Badegewässer / Buntes Kulturprogramm beim ersten hannoverschen Leinebadetag

Ob Wasserratte oder nicht, ob Literaturfan oder Musikbegeisterter – beim ersten Leinebadetag in Hannover ist mit Sicherheit für jeden etwas dabei. Am Samstag, den 15. Juli, lädt der Bund für Umwelt und Naturschutz Niedersachsen e.V. (BUND) zu einem bunten Kultur- und Unterhaltungsprogramm auf den Festplatz an der Steigerthalstraße. Der Grund: An diesem Tag wird die Leine zum offiziellen Badegewässer ernannt.

Mann springt ins Wasser

Es darf gesprungen werden

Das Projekt Gute Güte

Der BUND möchte mit seinem Projekt Gute Güte für einen verantwortungsbewussten Umgang mit dem Rohstoff Wasser werben. Außerdem soll mit Informationen und einem vielseitigen Programm rund um das Thema Wasser das Engagement für die Sauberkeit dieses wertvollen Rohstoffs gestärkt werden. Neben dem Leinebadetag gehören seit Anfang des Jahres unter anderem Exkursionen, Filmabende und eine Lesereihe zu den Aktivitäten des Projektes.

In der Leine kann gebadet werden

Als Höhepunkt der vielseitigen Veranstaltungen wird nun der Leinebadetag gefeiert, denn er trifft die Menschen da, wo sie bei warmem Sommerwetter sowieso sind – am und im Wasser. Bisher werden dafür zwar hauptsächlich die Badeseen und Freibäder genutzt. Gute Güte zeigt aber, dass auch die Leine längst wieder badefähig ist. Und das soll gefeiert werden – mit einem umfangreichen Kulturprogramm.

Live-Musik: Hip-Hop und kubanischer Son

Auf der Bühne wird es erstklassige Live-Musik geben: Die Föderation mit Hip-Hop aus Hannover und Guacamole Aqui mit musikalischen Leckereien von kubanischem Son, Salsa, Manu Chao-Songs bis hin zu Eigenkompositionen. Hinzu gesellen sich die Brassberries, die laut Eigenwerbung alles machen, nur nicht das, was man von ihnen erwartet.

Leinebadetag - Guacamole Aqui

Guacamole Aqui spielen kubanischen Son, Salsa und Eigenkompositionen

langeleine beim Leinebadetag

Für einen weiteren Teil des Bühnenprogramms ist langeleine.de höchstselbst verantwortlich: Das Online-Journal für Hannover präsentiert den Autoren Finn-Ole Heinrich und den Gitarristen Gökhan Sayim. Während Finn-Ole Heinrich „Die Taschen voll Wasser“ hat und aus seinem erfolgreichen gleichnamigen Kurzgeschichtenband lesen wird, gibt Gökhan Sayim eine One-Man-Band und spielt Akkustik-Grunge, der nicht selten an den guten alten Kurt Cobain erinnert.

Sport auf dem Wasser – Volksfest auf der Wiese

Auch das Programm auf dem Wasser hat es in sich. Der 1. Wasserskiclub Hannover wird sein Können bei einer Wasserski-Show zeigen und die Städtischen Bäder Hannover veranstalten die ersten Open Air Aqualympics. Unter dem Motto „uferlust“ sorgt das Studio Urbane Landschaften mit Installationen für Staunen. Wer einfach nur den Sommer genießen will, kann das mit einem Fischbrötchen in der Hand und einem kühlen Bier oder einer Caipirinha. Abgerundet wird der Abend schließlich mit atmosphärischen Lichtinstallationen von Margit Schild und Daniel Baum – Aqua Layers. Und damit nichts passiert, passt die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) auf die großen und kleinen (Bade-)Gäste auf.

Übrigens…

…die Schirmherrin – das Flusspferd Zora aus dem Erlebniszoo Hannover – wird leider nicht mitschwimmen.

Schirmherrin Zora aus dem Zoo Hannover

Dümpelt lieber im heimischen Tümpel – Zora

  • Hannover geht baden
  • Erster hannoverscher Leinebadetag
  • Samstag 15. Juli 2006
  • Festplatz an der Steigerthalstraße in Linden-Nord
  • 14 bis 22 Uhr
  • Eintritt frei
  • Mehr Infos und das volle Programm: www.guteguete.de

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Kategorien: Literatur, Lokales, Musik

3 Kommentare

  1. Hartmut sagt:

    Baden in der Leine? Ich dachte, die spinnen! Aber der erste Leinebadeversuch hat es uns allen gezeigt: Ab, rein, ich bin begeistert.

  2. Dörte sagt:

    Das Baden in der Leine hat auch mir als Freibad- und Schlammpfüzenmuffel gezeigt, dass es in Hannover noch möglich ist, in einem relativ sauberen Stück Fließgewässer direkt hinter´m Haus eine sommerliche Abkühlung zu finden und sich danach einfach gut zu fühlen. Auch sonstige Schädigungen der Umwelt z.B des Uferbereichs konnte ich nicht beobachten und hab mich somit doppelt über diese Möglichkeit gefreut …
    SCHADE und nicht den Maßstäben entsprechend finde ich nun das „BAdeverbot“, was anscheinend durch die paar Menschen induziert wurde, die auf der Leine ihren FunSport ausüben möchten. Vielviele hundert mehr würde die Idee des Leinebadetags gerne weiterführen und können es nun aufgrund von bürokratischer Gewalt nicht mehr!?

    Leute, setzt euch an das Strandstück und genießt den Sommerabend!!! Genießt die Reste des Badevergnügens und seid sicher: eines Tages darf man wieder ins Wasser zurück 🙂

  3. Gerd sagt:

    Mit Befremden und erheblicher Enttäuschung musste ich heute feststellen, dass das „Leinestrandbad“ (Festplatz Steigerthalstr.) vom Leinebadetag „Hannover geht Baden!“ kaum nach seiner Entstehung schon wieder geschlossen wurde. Entsprechende Schilder verbieten jetzt hier das Schwimmen aufgrund der Gefährdung durch Wasserski.

    Wie dürfen und können wir denn das verstehen? Mit gehörigem Aufwand, einem großen Fest und viel Werbung wird ein Leinebadetag gefeiert. Ganz im Sinne der Veranstaltung hat sich in kürzester Zeit dieses „Leinestrandbad“ darüber hinaus , ausgehend von einem einzigen offiziellen Badetag, bereits bei vielen Menschen aus Linden, Limmer und sogar der Nordstadt dauerhaft etabliert. Von morgens früh bis spät in die Nacht hinein erfreut sich die Badestelle bei Jung und Alt, Deutschen wie ausländischen Mitbürgern größter Beliebtheit. Statt über eine Erweiterung des Abschnitts nachzudenken wird dagegen mir nichts, dir nichts das Baden untersagt? Wer hofft denn da noch auf Verständnis nach allem was hier angestoßen wurde und sich schon entwickelt hat?

    Die Leine bzw. Ihme bietet doch eigentlich genug Raum für verschiedene Nutzungen. Der Badebereich ist von seinem Umfang her vergleichsweise begrenzt, während die Wasserskier deutlich mehr Raum beanspruchen. Möglich erscheint doch eine Verlagerung der Wasserski-Nutzung weiter flussaufwärts! Der bisher nicht genutzte Bereich bis zur Justus-Garten-Brücke bietet zudem weitere Zuschauer von den Brücken und der Strandbar aus. Hier kann die Wasserski-Nutzung auch durchaus eine
    Bereicherung der Leinenutzung darstellen.

    Gleichwohl sollte aber auch den Badenden eine Möglichkeit verbleiben. Zu bedenken bitte ich auch die Verhältnisse. In kürzester Zeit haben sich schon sicher weit über hundert mehr oder weniger regelmäßige und begeisterte Nutzer der Leinebadestelle nicht zu Letzt aufgrund des heißen Sommers eingefunden. Anderseits wird die viel gerühmte Bademöglichkeit nun zugunsten einiger weniger Wasserskinutzer wieder
    zurück genommen und somit ein öffentlicher und für die Hannoveraner besonders bedeutsamer Fluss nur einer kleinen Minderheit zur exklusiven Nutzung überlassen.

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