Henning Chadde
11. Juli 2006

langeleine ist an Bord,
wenn Hannover baden geht

langeleine serviert Poesie, Caipirinha und Akkustik-Grunge:
Finn-Ole Heinrich und Gökhan Sayim beim Leinebadetag

Hannover geht baden. Am kommenden Samstag steigt auf dem Festplatz Steigerthalstraße in Linden ab 14 Uhr ein Festival für Groß und Klein rund um des Hannoveraners Lieblingsfluss. Und Achtung: Die Leine wird offiziell zum Badegewässer erklärt! Logisch, dass so ein geschichtsträchtiger Event nicht ohne die langeleine über die Bühne (und das Wasser) gehen darf. Denn wenn Hannover schon baden geht, dann ist langeleine auch an Bord. Und zwar mit den beiden hannoverschen Multitalenten Finn-Ole Heinrich und Gökhan Sayim, die einen Mix aus Poetry- und Songperlen liefern.

Gökhan Sayim und Finn-Ole Heinrich

Für langeleine auf dem Deck: Gökhan Sayim und Finn-Ole Heinrich

Sympathischer Wasserträger: Finn-Ole Heinrich liest

Neben Badespaß und Ufervergnügen für die ganze Familie sowie Infoständen und Wellness-Angeboten besticht der Leinebadetag vor allem durch ein tolles und vielseitiges Bühnenprogramm. langeleine freut sich besonders, einen Teil davon mitgestalten zu dürfen. Zwischen 16 und 17 Uhr begrüßen wir den hannoverschen Tausendsassa Finn-Ole Heinrich auf der Bühne. Trat er auf unserer Release-Party am 23. Juni noch als grandioser Filmemacher in Aktion, so ist beim Leinebadetag sein Schaffen als Autor von wundervoll einfühlsamen Kurzgeschichten gefragt.

Finn-Ole Heinrich

Fühlt sich an der langen Leine ganz wohl: Finn-Ole Heinrich

Im Gepäck hat Heinrich sein aktuelles Buch „Die Taschen voll Wasser“ aus dem Hamburger mairisch-Verlag und seinen ganz eigenen Blick auf die Wirklichkeit der Dinge. Denn der 23-Jährige begeistert sein Publikum Land auf Land ab mit Geschichten zwischen augenzwinkernder Ernsthaftigkeit und herzergreifender Beobachtung und Schönheit. Und das mit einem sympathisch zurückhaltenden Auftreten, das einen einfach mitreist.

Warum sie Gummistiefel trägt, wollte ich wissen. „Praktisch“, hat sie gesagt. Da muss man morgens nicht nachdenken, was es für einen Tag geben könnte, wenn man eh mit Gummistiefeln losläuft und einem also nichts passieren kann. Stimmt, hab ich gedacht, mit Gummistiefeln ist irgendwie alles machbar. Wenn man will sogar Heiraten. Man muss sich ja nur trauen.

Aus: „Gummistiefel“, Finn-Ole Heinrich, „die taschen voll wasser“, mairisch Verlag 2005

Das Wasser in den Augen: Gökhan Sayim mit melancholischem Akkustik-Grunge

Unterstützung erhält Heinrich vom hannoverschen Sänger, Gitarristen und Filmemacher Gökhan Sayim. Hauptamtlich steht er bei den Punkrockern von The Bricks an Mikroständer und Gitarre, solo lässt er es allerdings lieber ruhig angehen. Nur mit seiner Akkustik-Klampfe und einer Stimme zwischen Kurt Cobain und Eddie Vedder bewaffnet, präsentiert der 26-Jährige eindringliche Songs voller melancholischer Intensität und emotionaler Ausbrüche. Er liebt den Wechsel zwischen laut und leise, und so schlagen in ihm zwei Herzen, was den Musikstil betrifft. „Die Band, der Punk, geht laut nach vorne, ist lebendig und elektrisierend. Für reine Melodien und leise Töne bleibt da nur wenig Raum. Das ist aber ebenso in mir und will raus.“

Jetzt auf langeleine.de reinhören:

Gökhan Sayim: Spun (mp3, 1:03 min.)

Mittlerweile hat Sayim an die 260 Lieder auf der Akkustik-Gitarre geschrieben und komponierte einige Symphonien am Computer. Obendrein drehte er bisher vier Kurzfilme als Regisseur und sechs als Kameramann.

Gökhan Sayim

Auch ohne Strom mit elektrisierender Musik am Wasser: Gökhan Sayim

Mit dieser Vielseitigkeit an Aktivitäten steht Sayim dem Multitalent Heinrich in nichts nach. Und beide studieren Film an der Fachhochschule Hannover. Kein Wunder also, dass sie über kurz oder lang zueinander fanden. Auf der Festivalbühne präsentiert das Duo einen einfühlsam-stilsicheren Mix aus Poetry und Kurzgeschichten (Heinrich) und mitreißenden Akkustik-Grunge-Perlen (Sayim). Moderiert wird ihr Set von den langeleine-Redakteurinnen Heike Werner und Kathrin Tegtmeier. Genau das Richtige also für einen chilligen Nachmittags-Zwischenstopp vor der Festivalbühne mit einem kühlen Caipirinha in der Hand. Und den gibt es natürlich ebenfalls bei langeleine.

Super! Der langeleine-Redaktions-Caipi

Um für eine anständige Dehydration der Gehirnzellen zu sorgen, lässt es sich langeleine an ihrem Infostand natürlich nicht nehmen, den Klassiker der brasilianischen Cocktail-Bomben an die Frau und den Mann zu bringen: Lecker Caipi, gemixt im redaktionellen Spezialverfahren der langeleine-Crew und gespickt mit einem entspannten Schnack mit den Macherinnen und Machern von Hannovers sympathischem Online-Journal. Aber Achtung: Bereits nach dem dritten Cocktail herrscht absolutes Schwimmverbot.

  • Hannover geht baden
  • Erster hannoverscher Leinebadetag
  • Samstag 15. Juli 2006
  • Festplatz an der Steigerthalstraße in Linden-Nord
  • 14 bis 22 Uhr
  • Eintritt frei
  • weiterlesen: Hannover geht baden
    Das volle Programm: www.guteguete.de

(Fotos: Jörg Smotlacha)

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Kategorien: Bühne, Literatur, Menschen, Musik

2 Kommentare

  1. Tobi sagt:

    Freu mich auf den Leinebadetag und wünsche bis dahin gutes Gelingen! Vergesst nicht: Die Föderation ist auch on stage! Also schon mal Dehnübungen anstellen, die Sprunggelenke ölen und die Handinnenflächen prophylaktisch salben!

  2. Love sagt:

    Ich habe mir das Stück von dem Gökhan Sayim angehört. Hammer Stimme. Wie kommt man an die Musik ran?

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